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Full text of "HAIN 6"

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DER NEUR HAIN-SERVICE 
In Folgenden eine Übersicht aller bisher in HAIN erschienenen Artikel. Wer von Buch Interesse an speziellen 
Themen hat, kann jetzt einzelne Artikel gesondert bei uns bestellen ! 
Bin Artikel(inkl, Porto) kostet 2,50 DM, also z.B. 2 Artikel 5,-DH usw. Bei Interesse bitte den Betrag mit 
Angabe der Artikelnumner und Kurzangabe des Themas, sowie Name und Anschrift auf unser Postgirokto. überwei- 
sen. 


RAIN-Ausgabe Artikelnunner Thena 
KURNKKAKHAKKAKMARKRRAK NAH AKA KA KK AKA AKA KA AKA KK AK AK KK AKA AKA AA RK A AK 
Livisldbesäigersssilisesssnernessnsens« Han Ist ein Beide ? » NR, 
Innssnansenssenosusndunsnnensunenensnn„ .Heuheidentum im Deutschland der Gegenwart 
lnsanssunsunensonsondensonsensensnnnns, 6Högles Harmonie mit Hutter Brde 
Innssssessnensnnsahunsssssusnnrneene. DIE heilige Bacht (Julfest, ) 
De tens iii etean äh uenneneneDa5 Rad des Jahres(Vorschläge für einen heidnischen Kalender) 
en annnssehanssiinsnannensnnn DIR BistE) 
1-1-Uessonunnnannnnnlansunnusunenennnne DET Berserker (Pantasy-Story) 

Dan Nehaesnrecanleen eengee surunn..Kultstätten des Harzes 

Er hreruieeaninnn .....Der scharfe Berg 

Westen llansnineunnennn u....Odin als Schamane 

Bassonennennenuuchlsunnee sesensennnen Der gehörnte Gott 
duononenunnsnsnnnenldussensnsnnsnsnenns. DIE Göttin der Horgenröte 
dunanoonsunonssunneldanssnennennennenssBexensalben - Legende oder Hirklichkeit 
rain ee ninsn Das Haifest 
eeereereldestcesgueteneke ..„Thelena 
Insschasuennsekänscllrenusnduenehenns ABEL ER ER 1 

Jhd senonsenonsenllonunssensnnnnnnnn. Hatur und Meditation 
Iurnensnsensonunenelduanunnnnnnnnnnenss Bewusst Sein 88 (New-Age-Tagung in Berlin) 
Jusenssnsonennonsneldanssunsnensnnnnns.„Händerung (Philosoph. Story) 


EEE readers ...Halta - Steinzeitliche Tenpel 
Ks eedansdsheswsendhhs naar ar AT PERRDLNORE-LALITER 
Wessaosensussuununelasssrunenennsens,.Hexenverfolgung damals - Hexen heute(Aktivitäten der Dominikaner) 
Mecacianes sersssosedenusnsnnsensunnnn.„Bezensabbat in Höxter(WICCA-Treffen 1988) 
rare suse. Heidentun oder Heidentüner ? (Nicca, Matriarchat, Patriarchat u, die 
Indogeraanen) 
ea usa ENTE RR we sans.Bx Oriente Lux - Bine überholte Idee ? (Fakten über Negalithikun und 
Bronzezeit) 
Drei nn Al en sangen ‚Aultstätten Frankreichs 


KR RAR KR KR KA A KR A KR KR RK RK A KR KR KA A A A AA RA A A 
s 








6 (2/90) 3,50 DM 
ZEITSCHRIFT FÜR HEIDENTUM UND NATURRELIGION 








INHALT 


NORWORF I. en ie ee et SEITE 
KULTISCHES: 

BINSNECORTRTTUAL ZU/IMBDLO aa re nn SEITE 
IMBOLC-DISARBLOT-LICHTMEß : EIN RITUALVORSCHLAG,..SEITE 
BERSBRBEUTUNGADES FESTES 0 .amae sen en were SEITE 
Essays: 

DIE ZUKUNFT GEHÖRT DEN HEIDEN !s co ccnneneeeenee en SEITE 
BERENTSEHESBEDANKEN. oc on sone elek as SEITE 
EINE FRAU IN DEN MITTLEREN JAHREN. seen euere SEITE 


HEIDNISCHER FESTKALENDER: 
DASSRRDSDES JAHRES III. u 0 un ee ae SEITE 


MAGIE DER PFLANZEN: 


BAUCHEBSINGEN TIERE 6 3 2. eannusihe yuakane root sera Pa re SEITE 
SCHAMANISTISCHES: 

SASHA ae ee RETTEN, Days a arena nee SEITE 
BEDICHAE ML ne rate. ee ee SEITE 
NEDRSKETTEN Se ea a re ee ae Se SEITE 
EIN INTERVIEW, DAS UNS ÜBERRASCHTE se neeaeeeeee nn SEITE 
EESERBRTERE A en a a ee a ee SEITE 
NONKRRTE ee entleert. eihln lerena are sr ee TE RE SEITE 
HEIDNISCHE GRUPPEN UND ZEITSCHRIFTEN. secnneennn nn SEITE 
HAIN-ARCHIV ( ARTIKELVERZEICHNIS NR. 1-5 )..... SEITE 
INBREREU  eaennee eane reneee SEITE 


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50 langsam rieben wir uns die Augen vom Winterschlaf und steckten unsere Nasen wieder in die frühjahrs- 

schwangere Luft des Neuen Jahres. 

In unserer Yohnhöhle stöberten wir nach halb vergessenen Hanuskripten, die wir ans Licht der Sonne zogen, um 

sie zu betrachten, auszuwählen und neu zu nischen. 

Das Ergebnis ist die vorliegende sechste Nummer des HAIN, nit der wir nun in das dritte Jahr seines Erschei- 
ns gehen. 

In vielerlei Hinsicht hat sich unsere Lage in Berlin beträchtlich verbessert: Endlich, bedingt durch die erste 
irkliche Revolution des Volkes, die je in Deutschland stattgefunden hat, können wir ohne Probleme den Groß- 
adtnief hinter uns lassen - können endlich in die Keite des. ländlichen Rauns hineinvandern, ohne dabei 'an 

die Hauer zu stoßen, = 

as uns dort erwartet, ist zwar nicht unbedingt in jeder Hinsicht bessere Luft, aber auf jeden Fall etwas 

seniger Lärn und Chaos und nicht zuletzt zahlreiche vendische Heiligtüner, Hünengräber und Steinkreise, Direkt 
or unserer Haustür, ohne daß wir erst Hunderte von Kilometern fahren aüssen, wie bisher. 

or kurzen erfuhren wir von einigen Heiden und Hexen, die diese Gelegenheit bereits genutzt haben: Die Studi- 
gemeinschaft Germanische Religion aus Berlin (Anschrift s. Kontaktverzeichnis) und der Kali-Astaroth-Coven 
us Konstanz haben dem alten Kultheiligtum an Hüggelsee in Ost-Berlin ihre Reverenz erwiesen ! 
un ersten Vollnondfest des neuen Jahres überschritten sie, schwer beladen mit Trinkhörnern, Räucherverk, 
unenstäben und Athames die Grenze, um dieser bekannten alten wendischen Kultstätte die Weihe des Neuen Aons 
u verleihen. Kraftvoll leuchtete das Licht der Mondin in den Augen der Kultteilnehner, als die Namen der 
Iten Götter durch den Wald der Hüggelberge hallten. Leider erfuhren wir erst später von diesen Ritual, hätten 
ich gern daran teilgenonnen, 

littlerweile hat sich die Lage unserer und Eurer Zeitschrift in jeder Hinsicht gefestigt, wenngleich die 

it verbundene Arbeit immer noch eine spürbare Last darstellt. 

halb waren wir auch hocherfreut, als uns ein Leser nitteilte, daß er gern am HAIN nitarbeiten würde. Wir 
erden uns demnächst nit einer detaillierten Aufstellung bei ihn melden, danit wir gemeinsam zu einer opti- 
len Aufgabenverteilung konnen. 

andioserveise haben eine ganze Reihe von Abonnenten auch schon ohne Aufforderung ihre Abo-Gebühren für die 
nächsten" vier Nummern überwiesen, was zur finanziellen Stabilität unseres Projekts eine Henge beiträgt, 

hat sich insofern gezeigt, daß man durchaus Vertrauen in Eure Bigeninitiative setzen kann. Ein schönes 
fühl. 

ver auch die Zahl der Abonnenten ninat erfreulicherveise inner mehr zu, was unseren Blatt ein gutes virt- 
haftliches Fundanent verleiht. 

Ilerdings gibt es auch einen Punkt, wo die Redaktion insgesamt, aber auch ich persönlich ein bißchen ent- 
äuscht bin, 

Ich dachte mir, daß die Reaktionen auf den Artikel zum Thema *Heidentun oder Heidentüner 2" aus HAIN 5 etras 


lebendiger sein würde. Oder ist es den meisten Niccas etwa egal, welche geschichtlichen Wurzeln ihre Religion 
hat ? Leben sie vielleicht so sehr im Hier und Jetzt, daß sie die Frage nach den "Hoher" nicht mehr besonders 
kratzt ? 

Die in den Artikel vorgebrachten Gedanken waren z.T, etwas provokatorisch, allerdings auch eben eine Replik 
auf Nivianne Crowleys Ausführungen, die ich ebenso enpfand. Wie sehr müßte nan denn nun Menschen provozieren, 
un sie zu einer Auseinandersetzung zu bewegen ? 

Aber auch die Reaktionen auf. die von Michael im letzten HAIN gestellte Frage, wie Heiden leben und die Bitte 
unallgeneinen Infornationsaustausch ("Fragen Sie Dr. Odin !") kann man nur als äußerst mager und bescheiden 
bezeichnen. 

Offensichtlich ist die Fragestellung nach den Alltag eines Heiden doch ein wenig zu intin, dringt zusehr in 
sensible seelische Bereiche ein, als daß sich so einfach fröhlich darüber plaudern ließe, 

Oder ist vielleicht manchen die grauenvolle Erkenntnis aufgegangen, daß sich der Alltag eines Heiden in 
nichts, aber auch rein gar nichts von denjenigen eines Christen, Atheisten oder Moslem unterscheidet ? 

Diese Gedanken gingen uns schwerzend durch den Kopf - denn wir können uns einfach nicht vorstellen, daß die 
Leser dieser Zeitschrift das heute übliche Konsunverhalten praktizieren, bei dem sich die Menschen kübelveise 
Infos "reinzieben", ohne diese richtig zu verdauen. Oder etwa doch ? Bin schrecklicher Gedanke, mit den wir 
uns erst mal anfreunden nüßten, wenn er denn wirklich wahr sein sollte, 

Trotz allen, um auch wieder etwas Brfreuliches zu schreiben, danken wir all jenen Lesern recht herzlich, die 
uns Artikel übermittelt haben - teilweise schon fertig formatiert und nit Illustrationen versehen, Auch für 
Illustrationen, Bilder von Kultstätten usw, sind wir natürlich dankbar. Bin besonderer Dank geht an Holger von 
den Berliner Gotharike-Wikingern, der uns nit seinem phantasievollen Foto-Tarot die entscheidende Inspiration 
für die Titelgestaltung dieser Nunner gab ! 

Mit den Artikeln versuchen wir diesual gezielt, Buch etwas auf die Jahreszeit einzustinsen. Mit neuen Anre- 
gungen für die Gestaltung des alten Festes Lichtneß-Inbolc. Aber auch die Neuigkeiten konnen nicht zu kurz, 
Bitte denkt übrigens bei Buren Briefen an uns besonders an diese Rubrik ! Denn gerade der Austausch von 
Inforsationen über wichtige Geschehnisse und Entwicklungen in der heidnischen Scene dienen den gegenseitigen 
Kennenlernen und der Toleranz gegenüber den Wegen anderer. Damit wird auch an besten Tratsch, Gerüchten und 
Latrinenparolen vorgebeugt, die die Vorstellung von anderen Gruppen verzerrt oder entstellt. 

Bin Breignis des konnenden Sonners sei noch herausgestellt: Vom 8.-13. 7. 1990 treffen sich WICCAS aus 
verschiedenen europäischen Ländern in Weserbergland zu einen neuen Hexencanp ! Unter anderen werden es mehr 
als 60 Teilnehmer aus England und auch holland sein, die sich hier nit den verschiedenen historischen, na” 
gischen und rituellen aspekten von Wicca befassen werden. 

Bine Möglichkeit zur Teilnahme gibt es leider nicht mehr, da die Arbeitsziele u.a. auch in den Seminaren nur 
nit einer von vornherein eng begrenzten Zahl von Teilnehmern erreichbar sind. 

Bine weitere wichtige Neuigkeit, die vielleicht für nanche schon ein alter Hut ist: Auch in der DDR gab e$ 
schon vor den 9. November heidnische Gruppen, unter anderen solche aus den thelemitischen Unfeld. 

Sie haben bereits Kontakt mit uns aufgenonnen. Dabei gibt es neben anderen Dingen ein Problem, das bei der 
Preisgestaltung des bundesdeutschen Buchhandels wohl verständlich ist: Es ist nur sehr schwer an Literatur 
beranzukonmen und auch bei einen Besuch in Westen gibt es hier natürlich finanzielle Problene, 

Wer also von Buch Bücher insbesondere von Crowley und verwandte Themen kostenlos zur Verfügung stellen kann, 


4 


- 


schicke sie bitte der HAIN-Redaktion zu, möglichst mit den Vernerk -DDR-, Kir leiten sie dann weiter, wenn 
erwünscht, mit Euren Anschriften zwecks Kontaktaufnahne, 

Hoch eine Bitte haben wir an jene HAIN-Leser, die unserer Zeitschrift größere Verbreitung wünschen: Wir 
verfügen mittlerweile über einen Herbezettel in Postkartenfornat, den Ihr bei uns in beliebiger Nenge anfor- 
dern könnt. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, in Buchläden, auf Veranstaltungen usr. für den HAIN zu werben - 
bitte nutzt diese Gelegenheiten, wann inner es sich ergibt. 

Übrigens liegt unserer Zeitschrift auch ein Prospekt des Thors-Verlages mit verschiedenen Kultgegenständen 
bei, um dessen Beachtung wir unsere Leser bitten, 

Und nun wünschen wir Buch viel Spaß bein Lesen ! 


Ruer Hatthias 


SAT-OKH * EIN ERLEBNIS AUS DER WELT DER SCHAWANO-INDIANER 


Die Sonnenstrahlen breiteten eine genusterte Decke über das Gras, wie die kunstfertigste Frau sie nicht weben 
kann. Über die Wiese neigte sich ein großer Felsen ähnlich einen gebückten alten Mann, der ait dem Gesicht auf 
den Anien ein wenig schlunnert. 
Ein breiter Fluß wand sich un den Felsen in einer scharfen Kehre und zog genessen in die Wildnis. Dicht an 
Felsen hatte die Strönung eine tiefe Stelle ausgevaschen, wo das Wasser durchsichtig, jedoch unter der Ober- 
fläche voller Wirbel war. 
Das war unser Lieblingsaufenthalt, Hier trafen wir uns - Tanto, Springende Eule und ich. Bier lehrte uns 
Tanto, zu schwimmen und vom Felsen zu springen. 
Wenn die Sonne unterging, glich das Wasser un den Felsen einer silbernen Wiese. Als ich zum ersten Mal nachts 
hierher kan, um mit dem Fluß und den Wassergeist Blutsbrüderschaft zu schließen, war die Nacht still wie ein 
friedlicher Traun, Ich war allein gekommen, ganz allein wollte ich nich nit den Fluß verbünden, Auf den 
Felsen stehend, grüßte ich nit erhobener Hand den Mond, den Wald und die sich in Wasser spiegelnden Baumwip- 
fel. 
Zun Zeichen des Bündnisses schnitt ich nich in die Hand, und ein roter Blutstropfen fiel in die sanfte 
Strömung. Dann sprang ich in die silberne Tiefe, 
In einen solchen Augenblick höre ich auf, Mensch zu sein, Ich bin ein Fisch, engster Verbündeter und Freund 
des Wassergeistes. Ich teile nit meinen Armen die kalten Nogen, schwinne £lußabwärts, dann gegen den Stron, 
dann werfe ich mich mit einer plötzlichen Nendung zur Seite wie ein Fisch, der von Schatten eines großen 
Vogels erschreckt wird, und streife den nit Wasserpflanzen bewachsenen Fels. Nenn ich mich von Grund abstoße, 
blinken die über mir schwinnenden Fische nit ihren Schuppen wie Leuchtkäfer in Wald - doch ihr Glanz ist 
nebelhaft und gehelanisvoll, wenn auch freundlich, wie die ganze Welt neines neuen Verbündeten, des Nasser- 
geistes. 
Dann schwinne ich ans Ufer, Ich koane air sehr klein vor gegenüber der wuchtigen Gestalt des über mir hängen- 
den Felsens. Doch ich fühle nich groß, als ich nich auf der Felsenkante niederlasse. Und wenn ich jetzt auch 
wieder ein kleiner Junge bin, habe ich doch eine neue Brüderschaft geschlossen, Wir schweigen alle vier - der 
Kond, der Geist des Felsens, der Wassergeist und ich, 

Sat - Okh 
(Entnoanen aus: Sat-Okh, Das Land der Salzfelsen - Otto Maier Verlag, Ravensburg 1972) 


5 








Ein Wicca-Ritual zu Imbolg 


Das Eröffnungsritual ist bei Imbolg kürzer als gewöhnlich. Weder 
wird der Mond in die Hohepriesterin hinabbeschworen noch macht der 
Hohepriester die "Großer Gott Cernunnos"-Invokation, und die Ver- 
kündigung der "Lehre der Hexen" (="Tne Charge") wird auf später 
verschoben, : 

Nach der Witches' Rune tanzen alle Paare (einschließlich Hohe- 
priesterin und Hohepriester) Rücken an Rücken miteinander, die Arme 
in den Ellenbogen des anderen eingehakt, Hexen ohne Partner tanzen 
alleine, bis nach einer Weile die Paare aufbrechen und sich neue 
Paare bilden, so daß jeder am Tanz teilnehmen kann. 

Wenn die Hohepriesterin entscheidet, daß lange genug getanzt 
wurde, unterbricht sie das Tanzen, und der Coven verteilt sich im 
Kreis, die Gesichter nach innen gewandt, Der Hohepriester steht mit 
dem Rücken zum Altar, und die Hohepriesterin schaut ihm ins Gesicht. 

Der Hohepriester gibt der Hohepriesterin den Fünffachen Kuß, dann 
gibt sie ihm den Fünffachen Kuß. Der Hohepriester nimmt den Stab in 
seine rechte Hand und die Geißel in seine linke und nimmt die Osiris- 
Stellung ein. 

‚Während die Hohepriesterin vor dem Hohepriester steht, invoziert 
sie: ’ 

"Schreckensfürst von Tod und Auferstehung 

und von Leben; Spender allen Lebens! 

Herrscher in uns, dessen Name das 

Geheimnis jenseits der Geheimnisse ist, 

stärke unsre Herzen, 

laß Dein Licht in unsrem Blute zu Kristallf#erden, 

welche uns mit Erneuerung erfüllen! 

Denn nichts an uns ist nicht von den Göttern. 

Erscheine, wir bitten Dich, in Deinem Diener und Priester." 


Die Hohepriesterin zeichnet das Anrufende Erd-Pentagramm vor dem 
Hohepriester in die Luft und spricht: "Sei gesegnet." 

Der Hohepriester tritt beiseite, während die Hohepriesterin und 
die Frauen des Covens "Brigids Bett" vorbereiten. Sie legen die Biddy 
und den phallischen Stab mit den Köpfen zum Altar nebeneinander in 
die Mitte des Kreises. Sie stellen die Kerzen an beiden Seiten des 
"Bettes" auf und zünden sie an, 

Dishepriesterin und die Frauen des Covens stellen sich um das "Bett" 
auf und sprechen: ""Brid ist gekommen - Brid ist willkommen!" (Dreimal 


kur 4 


wiederholend.) 

Der Hohepriester legt nun Stab und Geißel auf den Altar nieder, 
Die Hohepriesterin ruft die beiden ausgewählten Frauen auf, welche 
jetzt mit ihr zusammen die Rolle der Dreifachen Göttin einnehmen 
werden. Die Mutter steht mit dem Rücken zum Altar und der Hohepriester 
setzt ihr die Lichterkrone aufs Haupt. Das Mädchen und die Alte richte 
ihr Haar zurecht, und der Hohepriester entzündet die Kerzen auf ihrer 
Krone (oder schaltet die Glühlämpchen an), 

Die Alte steht nun zur Linken der Mutter,und der Hohepriester legt 
ihr gemeinsam mit dem Mädchen den Schleier und/oder den Umhang um, 

Das Mädchen gesellt sich jetzt zur Rechten der Mutter und der 
Hohepriester reicht ihr den Blumenstrauß, 

Der Hohepriester schreitet in den Süden des Kreises, wo er den drei 
Frauen zugewandt spricht: 

"Seht die Dreifache Göttin! 

Sie die immer @bfei ist - 

dängfrau, Mädchen und Alte, 

doch zugleich immer Eine, 

Denn ohne Frühling gibt es keinen Sommer, 

ohne Sommer keinen Winter, 

ohne Winter keinen neuen Frühling." 


Der Hohepriester trägt daraufhin die Lehre der Hexen in ihrer 
Gesamtheit vor, von "Lauscht den Worten der Großen Mutter" bis hin 
zu "was erreicht wird am Ende aller Sehnsucht". Aber er ersetzt "ich, 

mein, mir, mich" durch "sie, ihr". 

Wenn er geendet hat, nimmt das Mädchen den Besen auf und schreitet 
den Kreis im Uhrzeigersinn ab, wobei sie alles, was alt und verbraucht 
ist, rituell hinausfegt. Die Mutter und die Alte folgen ihr in einer 
feierlichen Prozession. Das Mädchen stellt danach den Besen wieder 
beim Altar ab, und die drei Frauen nehmen ihre Plätze vor dem Altar 
ein. 

Nun wendet sich der Hohepriester um und kniet vor dem Kessel nie- 
der (Der Kessel steht bei der Kerze im Süden. Daneben liegen drei oder 
vier Zweige von immergrünen oder getrockneten Pflanzen wie Stech- 
palme, Efeu, Mistel, Lorbeer, Rosmarin oder Buchsbaum,.Im Kessel 
brennt eine Kerze.). Er nimmt nacheinander jeden der immergrünen 
Zweige auf, entzündet sie an der Kerze im Kessel, bläst sie wieder 


aus und wirft sie in den Kessel. (Dieses symbolische Verbrennen ist 


in einem kleinen Raum wegen des Rauchs die einzige Möglichkeit. Drauße: 


oder in einem großen Raum sollten die Zweige ganz verbrannt werden.) 
Während er dies tut, spricht er: 





"So bannen wir den argen Winter, 
so rufen wir den Frühling her, 
Sagt Lebewohl dem Toten 

und grüßt das Leben sehr. 


So bannen wir den argen Winter, 
so rufen wir den Frühling her." 


Der Hohepriester schreitet, nachdem dieses getan ist, zur Mutter 
und bläst (oder schaltet) ihre Lichterkrone aus und nimmt sie ihr ab, 
Auf dieses Zeichen hin legt das Mädchen seinen Strauß, die Alte ihren 
Umhang oder Schleier@Bna die Mutter legt ihre Krone auf oder neben 
den Altar. 

Der Hohepriester tritt beiseite, und die drei Frauen holen die 
Biddy, den phallischen Stab und die Kerzen und legen sie aus der 
Mitte des Kreises neben den Altar. 

Der Große Ritus wird nun vollzogen. 

Nach Kuchen und Wein kann man das Candle Game spielen, welches 
recht gut zu Imbolc paßt. 

Wenn es Brauch ist, den Weihnachtsbaum bis Lichtmeß aufzubewahren, 
muß er sobald wie möglich nach dem Ritual aus dem Haus entfernt werden 


Anmerkungen 


Das Ritual wurde dem Buch "Eight Sabbats For Witches" von Janet 
und Stewart Farrar (Robert Hale Ltd., London 1981, 83, 85, 89) ent- 
nommen und von mir ins Deutsche Übertragen. Aus Platzgründen lies ich 
den vorausgehenden allgemeinen Teil über Imbolc weg. Wer sich für 
Ursprungsgeschichte, Folklore und Bräuche dieses und anderer Feste 
näher interessiert, dem sei das Original wärmstens empfohlen. 

Das Imbolc-Ritual setzt die Kenntnis der Wicca-Riten und Erfahrung 
mit ihnen voraus, vieles wird nicht näher erläutert. Ich denke aber, 
daß - mit einigen Abwandlungen - dieses Ritual für die meisten heid- 
nischen Gruppen verwendbar ist. Letztlich ist auch für Wiccas die von 
den Farrars beschriebene Zeremonie nur Basis ihrer eigenen, covens- 
internen Riten, wie das ja überhaupt mit allen Riten des Wicca-Kults 
so ist. Eigene, jahrelang intensiv gesammelte Erfahrung ist für uns 
der Prüfstein für alle Überlieferungen. 

Um die Zeremonie nun auch anderen Heiden zugänglich zu machen und 
weil manche Erläuterung im - weggelassenen - allgemeinen Teil enthal- 
ten war, erscheinen mir einige Anmerkungen@hßtig. 


9 


InB0zd-o6er "Imbolc", "Brigid", "Disarblot", "Lichtmeß", "Candle- 
mass", "Fasnacht" ist der Name des Festes am Anfang zehryer, zwi- 
schen dem Julfest und Ostarun. Der Winter neigt sich dem Ende zu, die 
Sonne wird stärker, Wind, Regen und Gewitter toben, die ersten Knospen 
sind zu sehen, die ersten Vögel zu hören. Eine Zeit der Hoffnung, 
wennauch noch nicht der endgültigen Befreiung. 

ERÖFFNUNGSRITUAL: Fast alle Wicca-Rituale beginnen damit, daß die 
Anwesenden gereinigt werden, der Magische Kreis gezogen wird und die 
Vier Wächter (= die vier Elemente) beschworen werden, Danach erfolgt 
das 

HERABZIEBEN DER MONDIN (DRAWING DOWN THE MOON), eine magische Hand- 
lung, die schon aus Antike und Mittelalter belegt ist. Das Besondere 
des Wicca-Kults (und verwandter Kulte) ist das Beschwören der Großen 
Göttin in die Hohepriesterin und des Großen Gottes in den Hohepriester, 
Wird dieses gut ausgeführt, handeln die beiden danach nicht mehr als 

. Menschen, sondern als Manifestationen des Göttlichen, Oft folgt un- 
mittelbar darauf 

TRE_CHARGE, eine überlieferte oder aus direkter Inspiration ent- 
standene Verkündigung von der Großen Qöttin an die versammelten Hexen, 
Der bekannteste Charge ist der "Great Mother Charge", ein tradierter 
Text, von dem einige Passagen (beileibe nicht alle) auf Charles Lelands 
"Aradia" zurückgehen. Manche Wiccas, die ich kenne, halten das Wort 
"Charge" für unübersetzbar, andere streben eine Emanzipation von eng- 
lischen Begriffen und englischer Liturgiesprache an. Man könnte diese 
Art von Verkündigung auch "Die Worte der Großen Mutter" nennen; ich 
persönlich halte das jedoch für zu kompliziert und speziell (es gibt 
ja noch den "Dark Mother Charge" und andere) und bevorzuge - unter 
Anlehnung an "Aradia" und die ursprüngliche Grundaussage - "Die Lehre 
der Hexen". 

WITCHES' RUNK: Ein Kreistanz mit einem speziellen, im Chor geraunten 
oder gerufenen Text. 

PAARE werden im Original an dieser Stelle "working partners" ge- 
nannt, Gemeint ist damit wohl die Sitte mancher Coven, daß siaDPaare 
(nicht unbedingt Liebespaare) zusammenfinden, um zu zweit noch inten- 
siver miteinander an der Kunst zu arbeiten, 

ALTARı Er steht oft im Norden (=Element Erde) des Kreises. 

FÜNFFACHER KUSS: Eine spezielle Segnung, bei der fünf Stellen am 
Körper des als göttlich angesehenen anderen geküßt werden. 

OSIRIS-STELLUNG: Der Betreffende nimmt Stab und Geißel und kreuzt 
sie wie der ägyptische Gott Osiris vor der Brust. 


"SCHRECKENSFÜRST VON TOD UND AUFERSTENUNG...": ist eine solche 
Beschwörung (eines speziellen Aspekts) des Göttlichen in die Hohe- 
priesterin oder den Hohepriester (Invokation, im Gegensatz zur Evo- 
kation, der bloßen Anrufung). Der Original-Text lautet: "Dread Lord 
of Death and Resurrection / of Life, and the Giver of Live; / Lord 
within ourselves, whose name is Mystery of Mysteries, / Bncourage 
our hearts, / let thy Light ceristallize itself in our blood, / ful- 
filling of us resurrection; / for there is no part of us that is not 
of the Gods, / Descend, we pray thee, upon thy servant and priest." 

"BRIGIDS BETT": Dieser Teil des Rituals ist die Abwandlung eines 
alten schottischen Brauchs. Am Abend des St.Brigid's Day stecken die 


"Frauen des Hauses ein kleines Haferbündel in Frauenkleider und legen 


es mit einem phallusartigen Stab in einen Korb, der "Brigid's bed" 
genannt wird. Dann rufen sie dreimal aus: "Brid is come, Brid is 
welcome", zünden Kerzen neben dem"Bett" an und lassen es allein. 

Am nächsten Morgen schauen sie nach, ob man den Eindruck des Stabes 

in der Herdasche erkennen kann, was ein fruchtbares Jahr verheißen 
würde. Die Bedeutung des Brauches ist klar: Die Frauen bereiten ein 
Lager für die Göttin und heißen sie willkommen. Außerdem laden sie 

den Gott ein, der sie befruchten soll, was ein reiches und frucht- 
bares Jahr bewirken würde, Ähnliche Rituale gibt es auch in Irland 

und auf der Isle of Man. BRIGID oder Brid war eine christliche Heilige 
aus dem 5.Jh., welche im inselkeltischen Raum ungeheuer populär war 
und ist, Ihr ganzes Volksbrauchtum, ihr Fest am 1.Februar und die 
vielen Legenden, die es Über sie gibt, weisen jedoch darauf hin, daß 
sich hinter diesem Namen eine viel ältere keltische Fruchtbarkeits- 
göttin verbirgt. Möglicherweise steht sie auch in Verbindung mit Licht 
dem Herdfeuer und den Künsten, bzw, Handwerk. 

DIE DREIFACHE GÖTTIN: Die Erscheinungsformen und Symbole der Großen 
Göttin sind unendlich. Im Wicca-Kult wird sie oft durch eine Göttinnen 
Dreiheit symbolisiert, den drei Mondphasen entsprechend (zunehmend, 
voll und abnehmend; in der vierten Phase, Schwarzmond, ist die Mondin 
"verborgen", "verschleiert"). Diese spiegeln den Lebenszyklus wieder: 
Mädchen, Jungfrau - Mutter, Geliebte, sexuelle und gebärende::.Frau - 
weise Alte, Greisin, Stammesgroßmutter. Da nach dem Schwarzmond (Tod) 
der Mond wieder zunimmt, schließt sich der magische Zyklus, 

DIE LICHTERKRONEıist Bestandteil vieler Volksbräuche Nordeuropas, 
die sich um Lichtmeß drehen. Gewöhnlicherweise wird dieser Kopfreif, 
an dem Kerzen befestigt sind, von einer jungen Frau oder einem Mädchen 
getragen. Die Farrars ziehen es jedoch vor, die Lichterkrone von der 
Mutter tragen zu lassen, um damit den Charakter von Imbolg als Frucht- 
barkeitsritual und das Konzept von der Dreifachen Göttin stärker zu 
betonen, Die Krone läßt sich relativ leicht basteln, man sollte aber 


> 


12 


darauf achten, daß der Kopf vor herabtropfendem Wachs durch eine 
Kappe oder ähnliches geschützt ist (Küchenfoliel)., Geburtstagskerzen 
eignen sich besonders gut für die Krone, da sie fast nichts wiegen, 
wenig tropfen, lange brennen und durch einen tiefen, vorsichtig ge- 
machten Einschnitt am unteren Ende gut auf einen Metallreifen gesteckt 
werden können. Technofreaks können die Kerzen auch durch kleine Glüh- 
lampen ersetzen. Die Batterie läßt sich in einer Art "Nackenschutz" 
am Hinterkopf unterbringen. 

"SEHT DIE DREIFACHE GÖTTIN..."ı Der englische Originaltext lautet: 
"Behold the Three-Formed Qoddess; / she who is ever Three - Maid, 
Mother and Crone; / yet is she ever One. / For without Spring there 
can be no Summer, / Without Summer no Winter, / without Winter, no 
new Spring." 

DIE LEHRE DER HEXEN (5.0.) kann von anderen heidnischen Gruppen 
durch einen anderen Mythos ersetzt werden, der die Fruchtbarkeit der 
Großen Göttin hervorhebt, das Verhältnis zwischen ihr und ihren An- 
hängern (Kindern, Volk, Gefolgschaft etc.) beschreibt oder das spezi- 
elle Bild, die besondere Beziehung, die diese Gruppe zur Göttin hat, 
ausdrückt. Die Gestaltung eines solchen Textes kann für eine Gruppe 
zum Anlaß werden, sich Über das eigene Bild von der Göttin, Über Unter- 
schiäe und Gemeinsamkeiten, Über die spirituellen Bedürfnisse ein- 
zelner Mitglieder klarer zu werden, Märchen und Mythen können wahre 
Fundgruben an Motiven sein, Dabei ist der kreative Umgang mit Motiven 
und Symbolen wichtiger als das Kleben an einer "wahren", "ursprüng- 
lichen" Version der Geschichte (die es Übrigens nie gegeben hat! 

Die sogenannten "Volksmärchen" wurden allesamt erst im letzten oder 
in diesem Jahrhundert aufgezeichnet. Die spätromantische Forschung 
hat im Zuge des Nationalismus damals eine Abkehr vom Antikefimmel 

der Klassik gefordert und zu beweisen versucht, daß die Märchen und 
Sagen nur die verzerrte Form einer verloren gegangenen, "reinen", 
"urgermanischen" (oder urkeltischen) Mythenwelt seien. Dabei wurde 
völlig übersehen, daß Motive wandern, sich verändern, mit anderen 
zusammengesetzt oder aufgespalten werden, die schöpferische Kraft 

der Märchen und Sagen wurde auf ein degeneriertes Nachahmen des"Alten" 
reduziert. Unbeeinflußte, "reine" Mythen wird es wahrscheinlich schon 
nicht einmal mehr bei den Höhlenmenschen gegeben haben. So finden wir 
z.B. viele Motive der "germanischen" Heldenepik im arabischen Raum 
wieder, und Teile vieler Artuslegenden sind von mittelalterlichen 
Schriftstellern erfunden worden. Aus diesen Gründen mußte der spät- 
romantische Standpunkt auch aufgegeben werden und erfuhr erst wieder 
im Dritten Reich eine kurzzeitige Wiederbelebung. ) 





HINAUSFEGEN: erinnert mich an den "Frühjahssputz" und seine sym- 
bolische Bedeutung. Alles wird erneuert, wird schöner, frischer, 
lebendiger als zuvor, Überflüssiges, Nutzloses wird abgeworfen, 
bleibt im alten Jahr, wird vom harten Winter verschluckt, der das 
Überleben immer wieder auf die Probe stellt, Anfang Februar fanden 
in Rom die "Lupercalia" statt, ein Fest der spirituellen Reinigung 
und Befruchtung (so liefen die "Luperci", die Priester Pans, durch 
die Straßen, nackt bis auf einen Ztegenhautgürtel und einen Riemen 
aus Ziegenhaut, mit dem sie jeden - insbesondere verheiratete Frauen - 
schlugen, der ihnen begegnete, Dieses sollte Fruchtbarkeit bewirken.) 
Der Name "Februar" soll vom römischen Wort für "rituelle Reinigung" 
abstammen. Daß 

ZWEIGE VON STECHPALNE, BFEU, MISTEL usw. rituell verbrannt werden, 
geht auf einen Volksglauben zurück, demzufolge diese Pflanzen dem 
Julfest zugeordnet werden und die Juldekoration aus ihnen zu Lichtmeß 
verbrannt werden muß, da sonst Hobgoblins (Geister) das Haus hein- 
suchen, Die s 

AUFBEWAHRUNG DES WEIHNACHTSBAUMS (ohne Schmuck) bis Lichtmeß hängt 
ebenfalls damit zusammen und wird in einigen Teilen Irlands prakti- 
ziert. Der Spruch 

"SO _BANNEN WIR DEN ARGEN WINTER..." heißt im Original: "Thus we 
banish winter, / thus we welcome spring; / say farewell to what is 
dead, / and greet each living thing. / Thus we banish winter, / thus 
we welcome springi" 

DER GROSSE RITUS,ist eines der heiligsten Wicca-Rituale, die Ver- 
einigung von Göttin und Gott, die gegenseitige Befruchtung der Pola- 
ritäten, welche Grundlage allen Lebens ist. Meistens wird der Große 
Ritus durch einige bestimmte symbolische Handlungen dargestellt, manch 
mal aber auch durch die konkrete körperliche und seelische Vereinigung 
von Hohepriesterin und Hohepriester, in welchen Göttin und Gott inkar- 
niert sind, 

KUCHEN UND WEIN sind der abschließende Teil jedes Hexensabbats; 
man ißt, trinkt, raucht, tanzt, spielt, feiert, singt, macht Liebe, 
ist fröhlich und ausgelassen. Nach unserem Glauben verbergen sich in 
den ursprünglichen, spontanen,Freuden die Mysterien des Lebens, oder 
weniger pathetisch ausgedrückt: Wir machen Wicca nicht, weil wir es 
müssen, sondern, weil es Spaß macht. "Kuchen und Wein" ist deswegen 
ein notwendiges Gegengewicht zum eher ernsten, feierlichen Teil davor. 
Es ist auch oft viel schwieriger, furchtlos und frei unter anderen 
Menschen Sich Selbst zu sein, als eine Zeremonie gekonnt zu zelebriere: 


Michael Frantz 


43 





IHBOLC = DISARBLOT = FASMACHT = LICHTNEB - BRIGID 
DAS ERSTE FEST HACH DER KINTERSONHENKENDE! 
EIN RITUALKORSCHLAG 


DIE KULTTEILNEHNER SIND ALLE IN ROT GEKLEIDET, SIE HABEN, ANGEORDWET IM KREIS, UM DEN HEILIGEN KESSEL PLATZ 
GENONNEN, 


Pr PRIESTERIN ODER PRIESTER = K KULTTEILHEHNER 
OURSOHERUERERRERRERLEEREORRERE EEE RLERREEREEU EINE 


P: LASST UNS DIE MÄCHTE DES NEUEN JAHRES BESRÜBEN, MÖGEN DIESE MIT IHREM HERZEN UND IHREN BEIST UM UNS SEIN, 
HÖGEN SIE UNS MIT IHRER GEGENWART BESLÜCKEN 


K: HEIL EUCH, HERRINNEN DES LICHTES, SCHAREN DER DISEN, 
HEIL Au HERRIN DES HEILIGEN FEUERS, MEISTERN DER DISEN: FREIA, BRIGID, VESTA, HESTIA, SOL SCHÖNE JUGEND 
LICHE BÖTTIN! 


EINE FLAMME WIRD AUF DEN BODEN, IN DER TIEFE DES KESSELS ENTZÜNDET, 


HEIL Din, HERR DES LICHTES, INGKY-FREN. DABAZ, BELENIS, HELIOS, RA, SURIA, MITHRAS, SCHÖNER JUGENDLICHER 
DIT! 


DIE KULTTEILMEHNER STELLEN IHRE MAGISCHEN STÄBE (SIMNBILDER DES FEUERELENENTS UND DER SOLAREN ENERGIE) UM DEN 
KESSEL HERUN AUF, 


P: HEIL EUCH, IHR TIERE DER BÖTTIKEN UND BÖTTER, DIE IHR JETZT ERKACHT IN DEN TIEFEN DER ERDE, EWTFESSELTE, 
ZÜGELLOSE TRIEBE DES NEUEN LEBENS, UNGEBUNDENE, URSPRÜNGLICHE, DIE IHR VERBORGEN KART HINTER DEN RASKEN DES 
Its, 

SPÜRT IHR DIE ZUNEHMENDE STÄRKE DES GOTTES DER SOMKE ? NIE SEINE BAHN GRÖSSER UND WEITER WIRD, UM DIE RÄUME 


DER HIMMEL ZU ERFÜLLEN MIT SEINEN LICHT ? 
LABT UNS DIE RUNEN DES LICHTES RAUNEN ! 


v P rm Mm $ u 


P: SPÜRT IHR DIE WÄRME UND KEICHHEIT DER HUTTER ERDE, WIE SIE DEN PANZER DES EISES ZERDRICHT ? 
LABT UNS DIE RUNEN DER ERDE RAUNEN ! 


e Nu K pam Bus 


P: SPüRr IHR DIE FREUDE UND ZUVERSICHT, DIE DIE HERRIN DES LIEBLICHEN STERNS ERFÜLLT ? FREIA, APHRODITE, 


ae 





BRIGID, HESTIA ! 
LABT UNS DIE RUNE DER GOTTIN RAUNER ! 


kB BEKAMZ 


Pr SPÜRT IHR DIE WÄRME DES GEHEINEN FEUERS IN DER TIEFE EURES LEIBES, DIE UNAUFHALTSAN WÄCHST ? 
LABT UNS DIE RUNEN DES FEUERS BAUEN ! 


ko mM x mm Prem 
NEDITATION: 


Pr BITTE SCHLIEBT DIE AUGEN, BEGEBT EUCH IN DIE TIEFE EURES ORGANISKUS, AN DEN UNTERSTEN PUNKT EURES BECKENS, 
HIER SIND DIE KURZELN EURES KÖRPERS UND SEIHER KRÄFTE, HIER IST DER PUNKT, DER UNS KIT UNSER ALLER MUTTER 
VERBINDET, 
In DER DUNKELHEIT EURES INNEREN SITZT IHR AN AN EINEN GEHEIMEN QVELL, AN EINEN BRUNNEN, AUF DESSEN GRUND ES 
GLINKT UND LEUCHTET, . 
UnD IHR NEHKT WAHR, DAB ES KEIN WASSER IST, WAS SICH IM BRUNNEN BEFINDET, SONDERN FLÜSSIGES, LEBENDIGES FEUER, 
ES KANN KICHT VERBRENNEN, SONDERN NUR BELEBEN UND ERWÄRMEN, STÄRKEN UND KRAFT SPENDEN, 
NOCH SITZT IHR AM RANDE DES DRUNNENS, DOCH SCHON ERGREIFT EUCH DIE KOGE DES FEUERS, ES STEIGT EMPOR WIE EINE 
MÄCHTIGE SPRINGFLUT, GEWÄHRT AUS DEN UNERGRÜNDLICHEN STRONEN DER TIEFE, i 
Und IHR SELBST SCHKINKT AUF DIESER WOGE, STEIGT MIT IHR ENPOR, WÄHREND DAS FEUER WIE EIN MÄCHTIGER STRUDEL 
ENPORQUILLT, SICH HEFTIG DREHEND RAST ES AN DIE ÜBERFLÄCHE DER ERDE, 
ES DURCHSPÜLT LANGSAM UND DURCHDRINGEND JEDEN TEIL EURES KÖRPERS. UND ÜBERALL ZEIGT ES IN LEBENDIGEN BILDERN, 
WAS DIESE KRAFT BEWIRKEN KANK UND WIE ES UN DIESEN TEIL BESCHAFFEN IST.ES DURCHDRINGT 

EURE BESCHLECHTSORGANE - EURE GEDÄRME UND EUREN BAUCH - EUREN SOLAR-PLEXUS 

EURE LUNGE - EUER HERZ - EUREN KEHLKOPF UND DIE STINNBÄRDER - EUER STIRKAUGE 


BIS 2U EUREN SCHEITEL :5 


ALLE KULTTEILNEHNER ERHALTEN ROTE KERZEN, 

Pt NUN SEID IHR WÜRDIG, DAS FEUER DES NEUEN JAHRES AN EUREN KERZEN ZU ENTZÜNDEN, DIE ERKACHTE ÄUITER ERDE UND 
DER LICHTGOTT, DIE HERRIN DER FLANNE UND DIE DISEN, DIE TIERE UND NARREN ALLER GÖTTINNEN UND BÖTTER - SIE 
LEBEN IN EUCH UND UN EUCH, 

ENTZUNDET EURE KERZEN AN DER HEILIGEN FLANHE } 


ALLE KULTTEILNEHNER ENTZUNDEN IHRE KERZEN AN DER FLANKE IM KESSEL, 


Ib 


en AN DIE HERRIN DER FLANKE 
t 4 

HESTIA, KÖNIGSTOCHTER 

AUS DES MÄCHTIGEN KRONOS GESCHLECHT; 
DV KOHNST INNITTEN DES HÖCHSTEN, 
UNVERGÄNGLICHEN FEUERS! 

KEIHE DIE REINER ÄYSTEN 

ZUN HOCHHEILIGEN WEIHEDIENST, 
IMNERBLÜHEND, REICH AN SEGEN, 

REIHEN HERZENS UND WOHLGESINRT, 

SITZ DER SELIGEN 6ÖTTER, 

ÄRAFTYVOLLE STÜTZE DEN STERBLICHEN, 
EKISE, REICH AN BEWALT, 

ERSEHNTESTE, GRÜNLICH-GELBER GESTALT, 
LÄCHELNDE, SELIGE, NEIGE DEIN HERZ 
DIESEN OPFERN, HAUCHE UNS SEGEN 

UND GESUNDHEIT NIT LINDERNDER HAND ! 


OPFER 


Pr WAS GEBT IHR DEN HÄCHTEN FÜR DIE EUCH GESCHENKTE STÄRKE UND LEBENDIGE KRAFT ? SPRECHT OFFEN UND VERNEHNBAR 
ZU DEN HOHEN, ÖDER UNSICHTBAR, UNHÖRBAR UND GEHEIM = BEHALTET ES IN EUREN HERZEN. STE SEHEN ES AUCH SO, 


JEDER EINZELNE KULTTEILNEHNER BEKONNT JETZT DIE GELEGENHEIT DAZU, SEIN OPFER DARZUBRINGEN, 


K: MIR DANKEN Euch FÜR EURE GEGENKART, MÄCHTE DES LICHTES - BESLEITET UNS AUF UNSEREN PFAD, BIS WIR KIT Euch 
DIE HORGENRÖTE DES UAHRES FEIERN, 


ANSCHLIEBEND GIBT ES FÜR ALLE ÄNNESENDEN EIN GEMEINSAMES ESSEN: RINDFLEISCH NIT PAPRIKA UND CA VENNE-PFEFFER 
ABER AUCH KEINLINGE VERSCHIEDENER GEMÜSEARTEN EIGHEN SICH GUT ZUR SYNBOLIFIKATION DER JAHRESZEITLICHEN SCHNIN- 
GUNG. (WER WOLLTE BESTREITEN, DAB DAS EINE GUTE ANALOGIE ZU WESEN DIESES FESTES BILDET ? KENN AUCH DERGLEICHEN 
IH KEINER VOLKSÜBERLIEFERUNG AUFZUEINDEN IST, ) 

ANK. BEI ALLEN PASSAGEN, DIE VON DEN KULTTEILNEHNERN GESPROCHEN KERDEN SOLLEN (X), WIRD VORAUSGESETZT, DAB 
DER PRIESTER ODER DIE PRIESTERIN DABEI KITWIRKEN, 

VIE WERDEN RUNEN GERAUKT ? DU ERRICHTEST HOR DEN GEISTIGEN ÄUGE EIN LEUCHTENDES BILD DER RUNE, Dank ATKEST Du 
TIEF EIN, WOBEI DV DIE ENERGIE DER VOR DIR STEHENDEN RUNE IN DICH EINSAUGST, BEIN AUSATHEN LEGST DU DIE GANZE 
ÄRAFT DES AUSSTRÖHENDEN ÄTENS IN DAS RUNENKANTRAM: AUF DIESE ART UND WEISE ENTSTEHT EINE LEBERDIGE PTBRA TION, 
DIE WESENTLICH STÄRKER IST, ALS EIN BLOBER GESANG, 

DAS GEBET AN DIE HERRIN DER FLANKE ENTSTANHT DEN "ORPHISCHEN EYnnen" Cköum 1982) 


2 





Lichtneß-Inbolc-Brigid-Disarblot 


Dieses Fest, das wir zwischen der Wintersonnenwende und der Frühlings-Tag-und -Nacht-Gleiche feiern, hat 
eine wichtige Aufgabe in der Bewußtwerdung des Lichtes. Zur Wintersonnenwende ist das eben neu geborene Licht 
noch klein und unscheinbar. Seine Existenz ist in der Verborgenheit der Mutter Erde erfühlbar und erahnbar 
Aber es ist zum Zeitpunkt der längsten Nacht noch lange nicht so, daß der Sieg des Lichtes bereits eine 
deutlich wahrnehnbare Tasache darstellt, die wir nit unseren Sinnen in der Naturordnung erfassen können, 

Diese sichtbare Manifestation der Zunahme des Lichtes wird erst nach ca. einen Monat nach der Ninterson- 
nenwende deutlich und unbestreitbar. 

Deshalb bezieht sich der Begriff "Lichtneß" eben auch eigentlich auf die Meßbarkeit des Lichtes. Und deshalb 
Können wir ihm jetzt die Begrüßung und Weihe verleihen, die es verdient, 

Das Fest zeichnet sich dadurch aus, daß es in den unterschiedlichen Traditionen durch sehr verschiedenar- 
tige Zusammenhänge gekennzeichnet ist, die dennoch alle eine Gemeinsamkeit haben: 

Eine weibliche Gottheit bzw. bestinnte Göttinnen stehen in Mittelpunkt des Festes, Wenn man alle vorhan- 
denen Zeugnisse dieses Festes vergleicht, so scheint es eine Göttin des heiligen Herdfeuers zu sein, die 
die alten Beiden ursprünglich verehrten. Wir kennen diese Göttin von den Griechen und Rönern unter den Nanen 
Hestia bzw. Vesta, Auch bei den Germanen ist eine Göttin bekannt, die gleich den Vestalinnen mit ihrer 
Hohepriesterin in einen Kreis von neuen heiligen Frauen auf einen Berge sitzt: Es ist Menglöd auf dem Lyfja- 
berge, Vielleicht war also mit dem skandinavischen Disenopfer einst ein Kult zur Verehrung dieser Göttinnen 
gemeint, die die heilige Flanne des Neuen Jahres nähren und schützen, 

Bei den Kordgernanen, d.h. speziell bei den Schweden gab es Anfang Februar ein Disarblot, ein Opfer an 
die Disen, Man verstand in der altgermanischen Religion unter "Disar" weibliche Gottheiten, die von Forschern 
als walkürenartige Totenführerinnen, in Träumen auftretende Geistwesen, aber auch als fylgjenartige Wesen 
angesprochen werden. Und unter "Rylgje" verstehen wir eine Art Schutzgeist, aus der sich die spätere Vorstell- 
ung vom Schutzengel entwickelt haben dürfte, 

Vielleicht liegt diesen Vorstellungen das Bedürfnis zugrunde, in der Zeit des neu aufsteigenden Lichtes 
ein Nesen zu gewinnen, das einen aus der Zeit der winterlichen Dunkelheit und des Todes herausführen würde. Zu 
erwähnen ist in diesen Zusammenhang auch, daß Freya als "Vanadis" oder z.B. Skadi als "Öndurdis* bezeichnet 
wurden. 

Ein veiterer aythischer Zusammenhang in der germanischen Tradition nit dieser Jahreszeit ist das Eddalied 
"Skirnisför", wo der Sieg des Lichtgottes Freyr über die Eis- und Frostriesen gefeiert wird. Die Göttin der 
£rde, Gerda, erscheint hier selbst in einen Zustand der "eisigen" Erstarrung und Härte, Sie will zunächst 
nichts von den Werbungsversuchen des jungen Sonnengottes wissen, Erst dadurch, daß Skirnir, der Abgesandte 
freyrs sie mit der phallischen Energie einer Zauberrute beschwört, lösen sich Gerdas Verspannungen und 
Blocklerungen, 

Bei den irischen Kelten taucht an 1. Februar eine Heilige nanens Brigid nit ihren Feiertag auf, die auf 
den Kontinent als hl. Brigitta bekannt var. Sie hat vor allen symbolische Beziehung zun Feuer, was nach 
volkskundlicher Auffassung mit den Anklang ihres Nanens Bride/Bridget an das engl. bright = Glanz zu tun haben 
soll, Sie gilt als Kothelferin für gebärende Frauen, füllt die leeren Scheunen nit Getreide und schützt 


12 


insbesondere die Rinderherden aber auch andere Haustiere, über ihren Wohnhaus soll der Legende zufolge stets 
eine Flanne sichtbar gewesen sein, außerden wurde in ihren Kloster in Kildare ein ewiges Feuer unterhalten, 
das sie einst selbst entzündet hatte, Aus all diesen Synbolzusannenhängen heraus nahn schon Frazer an, daß es 
sich bei dieser "Heiligen“ eigentlich un eine heidnische Göttin handeln nüsse, Der gleichfalls von den Kelten 
stannende Begriff "Inbolc* bedeutet soviel wie "im Bauch, im Schoß", 

Ein eigenartiger Zusannenhang ergibt sich zwischen der keltischen und der süddeutschen überlieferung, 
wenn wir uns einer Gestalt des Volksbrauchtuns erinnern, die in der Zeit un den 6. Januar eine wichtige Rolle 
spielt: Gemeint ist die Bercht oder auch Perchta, was mit althochdeutsch perahta = *Leuchtende, Glänzende" 
zusannenhängt, worauf schon Jacob Grina in seiner Deutschen Mythologie hinwies, Dies ist ja auch die Kanensbe- 
deutung der Bridget oder Brigid, 

Die Perchtenunzüge haben hinsichtlich ihrer vielgestaltigen Masken eine Beziehung zu Fastnacht und Karne- 
val, gehören also im Grunde schon der Zeit nach den Julfest an. sollte also Perchta evtl. die Göttin des 
Lichtneßfestes sein ? 

Was gegen diese Deutung spricht, ist allerdings ihr dänonisches, zerstörerisches Wesen, wie es in der 
Volksüberlieferung bekannt ist. Vielleicht ist dies äber auch nur kirchliche Verzerrung. 

In katholischen Ritualismus ist Mariä Lichtneß, der 2. Februar, einer von drei Marienfeiertagen in Jahr, 
Die Kirche behauptete, das der Tag in Gedächtnis an die Reinigung Marias und die Vorstellung Jesu in Tenpel 
gefeiert werde. Eine sinnbildlich durchaus zutreffende Idee, da die Wahrnehmung des neuen Lichtes eine Be- 
freiung von der Dunp£heit und Schwere der dunklen Zeit mit sich bringt - es handelt sich also durchaus un eine 
Zeit der Reinigung des Körpers und der Seele von den Schlacken der Vergangenheit. Auch der zum Julfest 
geborene Lichtgott zeigt sich jetzt deutlich sichtbar in seiner lebendigen Kraft. 

Die Kirche verband nit diesen Fest den Ritus der Kerzenweihe, wobei die Forschung auch auf den alt- 
rönischen Brauch der Verteilung von Fackeln an jenen Tage hinweist, 

Die geweihten Kerzen, die übrigens überwiegend von roter Farbe waren, haben das ganze Jahr über eine 
Schutzfunktion gegenüber Gewitter sowie dänonischen Wesen aller Art. 

Auch die Feierlichkeiten der Fastnacht und des Karneval gehören zur Syabolik von Lichtneß, Es ist die 
Ausgelassenheit und Freude über das sich wieder ausbreitende Licht, in den Naskierungen vielleicht auch mit 
den Versuch verbunden, nach der dunklen Zeit in erneuerter Gestaltwerdung/Verkörperung in die Phase des 
aufsteigenden Lebens einzutreten. Gewisseraaßen als Herausbildung einer neuen Identität, die in der Maske oder 
den Kostün zum Ausdruck Konnt. 

Der Begriff "Fastnacht" hängt übrigens gar nicht nit fasten zusannen, sondern eher nit "fasen*, vas 
soviel wie zeugen bedeutet, noch in solchen späteren Begriffen wie engl, to fuck oder Fotze erkennbar. 

Die Synode von Liftinae in Jahre 743 beschäftigte sich ausführlich nit diesen Thena, wovon die über- 
schrift eines Kapitels ihrer Arbeitunterlagen zeugt: "Von den unsaubern Festen in Februar", 

Auch dies schlägt sich in der Art der Karnevalsfeiern nieder, weshalb die Kirche auch ganz offensichtlich 
eine Zeit der Askese, d.h. der Lebensverneinung an jene Feiern anschließt, Obwohl manche Heiden nicht ganz zu 
Unrecht darauf hinweisen, daß es sich hier auch un eine Rückerinnerung an einen alten Brauch der Reinigung 
nach der Winterzeit handeln kann, 

Ganz verschiedenartige Bräuche wurden an jenen Tage in Volk ausgeübt: 


Die geweihten Kerzen werden überall, in und an Häusern, in Stall und an Obstbäunen aber auch an Kleid- 
ungsstücken befestigt, um überall ihre heilbringende Wirkung zu verspüren. 

Das rote Wachs wird, sofern es vorher schon einmal angebrannt war, schwangeren Frauen un Hände und Füße 
gewunden, 

Auch Drudenfüße werden aus den Wachs gefornt. 

Fällt das Fest einmal auf einen Sonntag, so hat das gweihte Wachs gleich die zehnfache Kraft. 

In Horwegen versannelte sich der ganze Haushalt vor den brennenden Backofen, nan beugte das Knie, aB 
etwas Brot und nahm einen Weihetrunk zu sich, 

In Westfalen tanzten die Frauen mit Holundergerten in der Sonne, wobei sie nit diesen Gerten auf die 
Sänner einschlugen. 

Lichtaed ist auch ein wichtiger Lostag und zu berücksichtigen für das Wetter der konnenden Jahreszeit. 

Es gibt zu Lichtned auch ein besonderes Kultgebäck, dessen Porn und Zusammensetzung allerdings nicht in 
örfahrung zu bringen war, Es handelt sich un die bayrischen Haubenküchel, die Südtiroler Hussauskrapfen, das 
egerländische Schöngel- oder das westfälische Schüngelbrot, In Oberbayern sprach man früher vom Schürz- oder 
Schlenkellaib, der allerdings 1617 verboten wurde. 

Auf den westlichen britischen Inseln gab es den Brauch, eine Puppe aus Hafer sant einen Knüppel in einen 
Korb zu legen und dabei Bride, also Brigid, willkommen zu heißen. Wenn nan nun an nächsten Morgen den Abdruck 
von Brides Knüppel in der Herdasche sehen konnte, so galt das als Vorzeichen einer guten Ernte und eines 
gesegneten Jahres, 


Katthias Nenger 


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N 


DIE ZUKUNFT GEHÖRT DEN HEIDEN 
Ich bin ein Heide. Mein Glaube orientiert sich an den Gesetzen der Natur. Seit frühester Kindheit ist sie nein 
bester Lehrer, Menschliche Lehrer und Vorbilder können irren, doch die eyigen Gesetze der Natur irren sich 
nie, 
50, vie die Zugvögel wissen, wann es Zeit ist, in den Süden zu fliegen, so spürten auch unsere Vorfahren 
instinktiv, wann es Zeit war, den Großen Geist zu verehren. 
Bs mag sich vielleicht überheblich anhören, wenn ich sage, daß wir Heiden eine bessere, eine nenschlichere 
Lebenseinstellung haben als das Christentum oder andere Buchreligionen, aber ich bin wirklich davon überzeugt. 
Ich nöchte damit aber keineswegs behaupten, daß Heiden bessere Menschen sind. Alles, worum es air geht, ist zu 
erklären, warum ich das Heidentun für einen besseren Weg halte, mit "Gott" zu komaunizieren. 
Vor Jahren hatte ich, als gläubiger Mensch, eine Entscheidung zu fällen. Ich stand vor der Yahl, ein gläubiger 
Christ zu werden, oder ein *ungläubiger" Heide zu bleiben. 
Ich war mutig genug, allen Drohungen der Hölle zu Lrotzen und den Versprechungen von einem ewigen Leben zu 
widerstehen. Ich habe nich entschlossen, der heidnischen Tradition neiner Vorfahren zu folgen und "Gott" in 
der Natur zu suchen. 
Die christliche Religion ist in einem von Menschenhand geschaffenen Buch, der Bibel, nierdergeschrieben 
worden. Säntliche Verhaltensregeln des christlichen Lebens sind in diesem Buch aufgeführt, und dennoch sind 
die meisten Anhänger dieser Religion unfähig, nach ihnen zu leben, 
Ich glaube, das liegt daran, daß die Christen, als Anhänger einer Buchreligion, den Kontakt zu Gott verloren 
haben. Sie lesen und interpretieren Geschichten, die frende Menschen vor vielen vielen Jahren aufgeschrieben 
haben, anstatt den direkten Kontakt zu "Gott" zu suchen, der sich in seiner Schöpfung offenbart. 
Die Christen, in ihren Bekehrungseifer, sprechen zuviel über "Gott" und zu wenig mit ihn. Bin Heide tut genau 
das Gegenteil. Er verbringt mehr Zeit nit "Gott" zu sprechen, anstatt damit, andere zu bekehren, 
Der Große Geist offenbart sich für wich in seinen Werken. Die Gebote, nach denen ich lebe, finde ich in den 
Farben der Natur, 
Sie finden sich in der Rinde der Bäume oder auf der Oberfläche eines Steines. Der Große Geist spricht zu air, 
in Flüstern des Windes, in Rascheln der Blätter oder in Schrei eines Raben. 
Heine Verhaltensregeln sind mein Gewissen und die Reue, die ich empfinde, wenn ich jemanden verletzt habe. 
Heine Religion ist ein Teil meines täglichen Lebens. Ich brauche kein prachtvolles Gebäude, un den Schöpfer zu 
verehren, denn sein Tempel ist die Natur. Ich befolge keine von Menschen gemachten Gebote, welche von einen 
frenden Volk verfaßt wurden, das ich nicht kenne, Es sind starre, unnenschliche Gebote, die niemand befolgen 
kann, weil sie der Natur des Menschen widersprechen. 
Heine Religion ist wandelbar, wie die Jahreszeiten. Sie ist offen für neue Ideen und Wahrnehmungen und endet 
nicht irgendwann mit der Vorraussage eines Propheten. 
Der Große Geist hat mich geschaffen, und deshalb versteht er auch meine Natur. Er möchte nicht, daß ich aeine 
sexuellen Wünsche unterdrücke, denn alle Kreaturen der Welt erfreuen sich an ihrer Sexualität. Selbst Hinnel 
und Erde lieben sich, wenn es regnet, warum sollte dann der Mensch seine Triebe unterdrücken? 
Die Tiere beschränken ihre Sexualität oft nicht auf einen oder einen andersgeschlechtlichen Partner, warum 
sollte also gerade der Hensch eine Ausnahne wachen? 


Iı1 


Ich bin ein Heide, und ich brauche keine alten hebräischen Gesetze, die mir sagen, was der Große Geist von nir 
erwartet, Ich auß nur aufnerksan die Natur beobachten, dann weiß ich es. 

Ich glaube, der beste Weg, den Schöpfer zu verehren, ist der, ihn in der Nalur aufzusuchen und dort nit ihn zu 
kommunizieren. Hicht im Kinter in einer warnen, beheizten Kirche zu sitzen und "Vater Unser" auswendig her- 
unterzubeten, sondern in einen Schneegestöber auf der Spitze eines Berges zu stehen und für die Kälte dankbar 
zu sein -- das ist die richtige Art, mit dem Schöpfer zu sprechen, inden wir seine Werke achten. 

Wann immer ich nit Anhängern des Christentums über Glaubensfragen diskutierte - meist begannen sie das Ge- 
spräch, in der Absicht, nich zu bekehren - betrachteten sie sich als nir überlegen. Ich war in ihren Augen 
eine arme, sündige Seele, die gerettet werden mußte, Begierig darauf, mich zu bekehren, redeten sie oft 
pausenlos auf mich ein und ignorierten jedes Argument, was von meiner Seite kan. 

Bine Komnunikation war in den neisten Fällen nicht möglich, und so war ich sehr oft genötigt, unhöflich zu 
sein, um sie wieder loszuwerden. 

Bs ist mir inner wieder unbegreiflich, mit velcher überheblichkeit und Ignoranz diese Menschen versuchen, 
andere Menschen für ihren Glauben zu gewinnen, 

Biner der grundlegenden Unterschiede zwischen der christlichen Religion und den traditionellen Heidentum ist 
der, daß der christliche Glaube auf Expansion ausgerichtet ist, und dadurch oft, trotz aller guten Vorsätze, 
als agressiv und bedrohlich eapfunden wird. 

Das traditionelle Heidentun ist, was Bekehrungsversuche betrifft, sehr zurückhaltend und wirkt dadurch veni- 
ger, bzw. überhaupt nicht agressiv. 

Die christliche Lehre gründet sich auf Drohungen und Versprechungen. Sie teilt die Nenschen in zwei verschie- 
dene Lager, in gute und böse Menschen, in Christen und Nicht-Christen. 

Nach dieser Lehre sind alle guten Werke eines Henschen vergeblich, wenn er sich nicht zu Christus bekennt. 
Viele Christen gehen sogar soweit zu behaupten, daß ein Hicht-Christ kein guter Mensch sein kann, Alles in 
allen kann ich für nich sagen, daß ich das Christentum für eine gefährliche Irrlehre halte, 

Wie aber soll man als Heide mit solchen Menschen umgehen, die sich und ihre Lehre zun Maßstab aller Dinge 
aachen, und die keine andere Glaubensgemeinschaft kanpflos neben sich dulden? 

Nie soll man sich gegen die zahlreichen Anfeindungen und Verleumdungen wehren, die die unter dem Einfluß des 
Christentums stehenden Hedien über das neuerwachende europäische Heidentun verbreiten? 

Die beste Art, sich gegen diese Angriffe zu wehren, ist wohl die, sie zu ignorieren. Das Christentum selbst 
ist ja durch Verfolgungen und Anfeindungen zu einer Härtyrerreligion geworden. Es wäre wohl nie so mächtig 
geworden, wenn Rom nicht so grausan dagegen angekänplt hälle. Ich glaube, je mehr uns die Chrislen nun 
verfolgen, desto mehr Anhänger werden wir bekoanen, Kir verden die neuen Härlyrer sein, 

Jeder Hensch mit einen bißchen Verstand wird einsehen, daß eine starre, inflerible Religion wie das Christen 
tun früher oder später zum Untergang verurteilt ist 

Nur eine wandelbare Religion, die auch die Erkenntnisse der Evolutionsforschung und der Naturwissenschaften in 
ihre Lehren integriert, die bereit ist, sich ait veralteten Mythen kritisch auseinander zu setzen, ist auf die 
Dauer überlebensfähig. 


DIE ZUKUNFT GEHÖRT DEN HBIDBN ! 


TR 





ODINS-MEDITATION ZUR  WINTER- 
SONNENWENDE 


KÄLTE UND DUNKEL...ALLES VER- 
WEHT, ALLES VERGEHT, KÄLTE UND 
DUNKEL... 


ICH HÄNGE AM BAUM. 
KÄLTE UMFAßT MEINEN LEIB. 
NACKT BIN ICH UND UNGESCHUTZT. 


WINTERSTÜRME ZERR'N AN MIR. 
ICH PENDELE IM WIND. 
ICH BIN MIR SELBST GEWEIHT. 


SCHWACH SIND MEINE GLIEDER. 
SOMMER IST DAHINGESCHWUNDEN. 
STERBEND HÄNG ICH HIER. 


WINTERNACHT UMGREIFT MICH. 
DER TODESSPEER STECKT IN MIR. 
IcH OPFERTE MICH SELBST. 


KAHL GEWORDEN DER WELTENBAUM. 
Das LETZTE BLATT BIN ICH. 
MEIN BLUT RINNT AN DER RINDE. 


RABEN ZERR'N AN MEINEM FLEISCH. 
WILD UMHEULT MICH DIE JAGD. 
BITTER DENK ICH AN MEIN FNDE. 


DURST VERTROCKNET MEINE KEHLE. 
HUNGER BRICHT DEN WIDERSTAND. 
KÄLTE MACHT GEFÜHLLOS. 


UNTER MIR ERBLICK ICH RUNEN. 
ÄCHZEND NEIG' ICH MICH HERAB. 
ZUR NEUNTEN NACHT IST ES VORBEI. 


DUNKELHEIT BELEGT DIE WELT. 

DER WELTENBAUM HÄLT MICH NICHT 
MEHR. 

VoM SPEER GENAGELT ENDET ODIN. 


ICH STUR?ZE SCHREIEND ZUR ERDE, 


DOCH ICH LAS DIE RUNEN: 
ToD UND |.EREN UNGETRFNNT. 
ICH KOMME WIEDER. 


DocH ICH L.AS DIE RUNEN: 
AUF DEN SOMMER KOMMT DER WINTER, 
So MUR FOLGEN DER SOMMER. 


DENN ICH LAS DIE RUNEN. 
DIE ERDE 15T MEIN GRAB. 
MUTTER ERDE GEBIERT MICH NEU, 


M.F. 


ALTIRISCHES GEBET 


ICH ERHEBE MICH HEUTE 

DURCH DIE KRAFT DES HIMMFi.S: 
LICHT DER SONNE, 

GLANZ DES MONDES, 

PRACHT DES FEUERS, 

GLANZ DES LICHTES, 
SCHNELLIGKEIT DES WINDES, 
TIEFE DER SEE, 

BESTÄNDIGKEIT DER FRDE, 
FESTIGKEIT DES FELSENS,... 


(Aus: THESAURUS PAl.AFOHIBER- 


ea ®7 1; Fun ME Ah Zn m 





HYMMNE AN EINE GÖTTIN 


DU - DIE MICH 

VERZAUBERTE 

AM ANFANG ALLER ZEIT. 

DU - DIE MEIN HERZ 

IN HIMMEL UND ERDE 
GERISSEN HAT. 

MEINE LIEBE! 

FASSUNGSLOS 

STEHE ICH VOR DEN TRUMMERN 
EINES VERSTEINERTEN LEBENS 
UND TRETE HINAUS 

IN EINE WEITE 

UNGEAHNT 

UND WUNDERSCHÖN. 


CHRISTIANE PATZ 








VoM FFEU EIN BLATT 
ZUR ASCHE DES RÄUCHERWERKS 
SICH LEISE GESELLT 


M.F. 


MEIN HAAR SICH LICHTET 


IM HERBSTLICH GOLDNEN SPIEGEL 
VON DEINEN AUGEN. 


M;F. 





DIE KÄTZCHEN WUCHSEN 
SCHNELL IN DER MÄRZSONNE - DIE 
MILCH WAR VON DER KUH. 


FW. 


DIE BLUTEN FIELEN 


AUF GOLDGELBES BLÄTTERLAUB 
IM BLASSEN MONDSCHEIN. 





w 


RAUCHERUNGEN 


Rkuchorungen sind Bostandteil 
fast jeder kultischen, religi- 
Samen und magischen Handlung. Als 
Räuchermittel bekannt sind meist 
nur wenige Harze wie Weihrauch 
und Myrrhe. Auch das Sandelholz 
ist geläufig. Aber häufig wird 
schnell zu 
Räucherstäb- 
chen und - 
kerzen gegrif- 
fen. Bequem 
und ein- $ 
fach. 

Auch die Her- AN 
kunft und Ge- ##% 
schiohte vie- Bäl 
ler Substan- 
zen, die in 
Räuchermitteln 
vorkommen, sind 
oft unbekannt} 
Deswegen will! 
ich einmal 
von willkür- 
lich zusammen 
gestellten 
Räuchermitteln 
versuchen, ei- | 
niges zu er- 
zählen. 

Doch zuerst 
ein kleiner 
Überblick zum N 
Thoma und ei-f 
nige Anregun- 
gen zum Sel- 
bermachen am 
Anfang: 







Für Rkuohe- 9 

















Holzkohle und Salpeter pulveri- 
sieren. Weihrauch in Wasser 
durch langsame Erwärmung lösen, 
so daß eine Leim-artige Mischung 
entsteht. In diese Lösung Salpe- 
ter und Holzkohle geben. Die 
Mischung sollte noch feucht por- 

tioniert wer- 


Hohepriester am großen den, und dann 
Versöhnungstag zum 


Trock- 
nen ausgelegt 
werden. 


Zur Ein- 
stimmung auch 
noch ein Re- 
zept für eini- 
ge Räuchermit- 
tel: 
Von Eliphas 
Levi stammt 
folgende Mi- 
sohung, die 
bei spukhaften 
| und depressi- 
"| ven Beängsti- 
gungen befrei- 
.., en soll, und 
„A auch nach läs- 
.. tigen Besuchern 
‚die Reste std- 
ren der Schwin- 
dungen ent- 
i fernt. 


“| Bannendes 
x. Räuchermittel: 
Zu dleichen 
1Teilen Sala, 
Schwefel, 
Sohsllack, 





rungen Jeder Rap Kampfer, 
Art ist o»ine Re Lorbaerblättrnr 
Rauchfaßkohle —- nn 
notwendig. Te - = Meditationen 
Nicht jeder ee sollen durch 
will schließ- a folgende Mi- 
lich zu einem a Hohepriester, gekleidet in weißes schung unter- 
"Kirchen-Be- Leinen; b Mütze aus weißem Leinen; stützt werden 
darfs-Laden" c goldenes Beoken mit Opferblut; d können: 
pilgern. Weihrauchfaß; e Bundeslade; g Che- 

rubim Meditations- 

Räuchermittel: 


Daher hier ein Rezept zum Sel- 
bermachen: 


Rauchfaßkohle 
100 g Holzkohle, 10g Weihrauch, 
28 Salpeter, Wasser 


zu gleichen Teilen Sandelholz, 
Weihrauch, Benzoe 


Zu kultischen Handlungen wird 
auch häufig ein Salböl benötigt. 
Hier ein Beispiel, dessen Be- 


standteile, vom Öl abgesehen, 
auch für R&ucherungen geeignet 
sind. 

Salböl 

2 Teile Myrrhe, 1 Teil Zimt, 1 
Teil Kalmus, 2 Teile Kassia, 
Olivenöl 

In der rabbinisohen Tradition 
wurden die Substanzen miteinan- 
der abgekocht. Das Rezept ist 
übrigens in der Bibel nachzule- 
sen: 2.Mose 30, 22 ff. 


Überblick 


Wie schon erwähnt sind viele 

Räuchsrmittel Harze, so z.B. das 

bekannte Weihrauch. Harze sind 

Absonderungen bzw. Ausscheidun- 

gen mancher Pflanzen, Am bekann- 

testen ist dabei wohl das Fioh- 

tenharz, aber auch Gummi gehört 

dazu. Harze schmelzen bei Erwär- 

mung und sind brennbar. 

Durch Verletzung der Rinde von 

den betreffende Pflanzen wird 

die Harzabgabe stimuliert, da 

Harze dann als Wundsekret abge- 

deben werden. Dieser Vorgang 

wird bei der Gewinnung der Harze 

ausgenutzt. 

Harze wie das Weihrauch, waren 

schon bei den Grieohen und Rö- 

mern in Gebrauch. Sie wurden 

besonders bei Rauchopfern in den 

Tempeln verwendet. Auch in der 

zeremoniellen Magie, in Freimau- 

rerlogen, aber auch in der ka- 

tholischen Kirche ist die Ver- 

wendung von Harzen von Bedeu- 

tung. In der katholischen Kirohe 

wird dabei als "Weihrauch" eine 

Mischung aus Weihrauch, Benzoe, 

Storax, Salpeter, Zucker und dem 
Harz von Croton eleuteria ver- 

wendet. 

In der zeremoniellen Magie wer- 
den Harze oft mit Pflanzenbe- 

standteilen gemischt, wobei je- 
doch auch äußert giftige Pflan- 

zen verwendet werden. Das Räu- 
chermittel für die sog. Große 
Operation besteht z.B. aus 10 
Teilen Belladonna, 10 T Bilsen- 

kraut, 10 T Stechapfel, .5 T 
Weihrauch, 5 T Mutterharz, 1T 
Teufelsdreck. Mit derartigen 
Mischungen ist selbstverständ-" 
lich vorsiohtig zu hantieren. 

Ungefährlicher sind da sohon 
Weihrauch und Myrrhe. 


MYRRHE 

Myrrhe ist sowohl im Orient als 
auch im Okzident seit langem 
gebräuchlich. Es ist ein aroma- 
tisches, bitteres Gummiharz und 
wird aus verschiedenen Bursera- 
ceen dewonnen. Als wichtigste 
Art für die Myrrhengewinnung 
dient Commiphora abyssinioa Eng- 
ler. Die 
Pflanzen 
sind in 
Südarabien 
und Abessi- 
nien behei- 
matet. 
Myrrhe wird 
häufig mit 
Weihrauch 
und anderen 
Spezereien 
kombiniert. 
So auch in 
dem oben 
erwähnten 
Salböl, 
aber auch 
profan in 
halbfestem 
oder ver- 
flüssigtem 
Zustand als wertvolle Duftdroge, 
zum Salben von Leichnamen, aber 
auch als Betäubungsnittel, mit 
Wein vermischt. Myrrhe wird auch 
sehr häufig in der Bibel er- 
wähnt. 





WEIHRAUCH (OLIBANUM) 

Weihrauch ist wohl das bekann- 
teste Räuchermittel. Das eigent- 
liche Weihrauch, lateinisch Oli- 
banum, stammt aus einem Boswel- 
lia-Strauch, der in Südarabien, 
Somaliland und Indien beheimatet 
ist. Weihrauch wird aber häufig 
als Sammelbegriff für verschie- 
denartiges Räucherwerk verwen- 
det. Geweihter Rauch findet sioh 
in vielen Kulturen und Religio- 
nen. So ist "Weihrauch" im 
Buddhismus und Hinduismus ebenso 
bekannt, wie in Mexiko und bei 
einigen Indianerstämmen. Bei den 
Pomo z.B. ist "Weihrauch" sehr 
wichtig, da in deren Mythologie 
die Welt aus Rauch geschaffen 


wurde. 
In der Antike sind Weihrauchop- 
fer weit . verbreitet. So im 


27 


Isiskult, in der Orphik (1), in 
der Magie und bei den Mysterien. 
Bsi den eleusischen Mystenpro- 
zessionen trugen z.B. Frauen mit 
Zweigen geschmückte Weihrauchge- 
räte auf dem Kopf. 

Besonders in Rom erreichten 
Weihrauchopfer eine große Bedeu- 
tung durch die Verwendung im 
Herrscherkult. Plinius erwähnt 
solche Opfer verbunden mit Wein- 
und Kuchenspenden. . Im 3.Jhd. 
n.u.2. wurden diese Opfer 
zugleioh zu einer Loyalitätser- 
klärung gegenüber dem Staat. 

In Agypten ist die Verwendung 
von Weihrauch bei Bestattungen, 
in Kult und bei Kriegsereignis- 
sen Üblioh. 

In Israel wurde ebenfalls eine 
Weihrauchmischung verwendet. Das 
biblische Weihrauchopfer bestand 
dabei aus einer pulverisierten 
Mischung von ursprünglich 4 
Substanzen: Mastix, Räucher- 
klaue, Galbanum und Weihrauch. 
In talmudischer Zeit wurde die 
Mischung dann aus 18 Ingredien- 
zen bereitet. 

In der christlichen Kirche ge- 
langte Weihrauch über den Kai- 
serkult erst zur Zeit Konstatin 
des Großen in den Gottesdienst, 
d.h. das Weihrauch sowohl in der 
griechischen als auch in der 
katholischen Kirche erst im 
4./5. Jhd. üblich wird. 


(1) Orphik ist eine religiöse 
Bewegung im antiken Griechen- 
land. Seit dem 8.Jhd. v.u.2. 
ist sie bis nach Attila, Unter- 
italien und Sizilien verbreitet. 
Orphik-Anhänger sind noch bis 
ins 1. Jhd. v.u.Z. nachweisbar. 


(2) Kyphi ist ein altes Sgypti- 
sches. Räuchermittel aus 6 ver- 
schiedenen Substanzen. Es wurde 
bei Sonnenuntergang verbrannt. 


(3) als offizinell werden die im 
jeweils gültigen Arzneibuch auf- 
geführten Arzneimittel bezeich- 
net. Das sind vor allem die 
Arzneimittel,die in der Therapie 
die größte Bedeutung besitzen, 
teilweise wird in den Arzneibü- 
chern jedoch auch das Vollstän- 
digkeitsprinzip angestrebt. 


MASTIX 

Mastix ist das Harz des .Mastix- 
‚strauchen Pintania lenbineun. Is 
war schon im alten Ägypten als 
R£ucher- und Heilmittel bekannt. 
Dort war es in Mitteln zur Ein- 
balsamierung von Leichen ebenso 
enthalten wie in der Kyphi (2). 
Weitere Verwendung fand Mastix 
in Zahnputzmittel, Arzneien und 
Gesichtspflegemittel. Es wurde 
im Handel oft durch Zapfenharz 
verfälscht. 

Mastix war noch "im 16. Jhd. 
offizinell (3). 


SANDELHOLZ 
Sandelholz ist duroh die R&Eu- 
cherstäbchen allgemein ein Be- 


griff. Dabei ist aber Sandelholz 
eine Sammelbezeichnung für das 
Holz verschiedener, botanisch 
übrigens nicht verwandter Bäume. 
In Indien und China wird beson- 
ders das sog. weiße Sandelholz 
wegen seines Geruchs geschätzt. 
Auch wird es von Termiten gemie- 
den, und war daher zur Herstel- 
lung von Tempelschmuck und Göt- 
terbildern sehr begehrt. 
Sandelholza ist auch in seiner 
Verwendung als Räuchermittel 
schon sehr früh belegt. Es wird 
in der frühesten chinesischen 
Literatur und im Sanskrit er- 
wähnt. In China wurde Sandelholz 
auch im Totenkult verwendet. 


LORBEER 





Lorbeer war den Nymphen und dem 
Apoll geweiht. Es wurde als 





MYRTE 

Myrte ist heute fast nur noch 
als Material für den Brautkranz 
bekannt. Diese Verwendung ist 
babylonisch- jüdischen Ursprungs. 
Beim Laubhüttenfest wurde Myrte 
in der jüdischen Tradition auch 
als Baumaterial der Hütten ver- 
wendet. Die Griechinnen verwen- 
deten Myrte auch im Brautkranz, 
allerdings in Kombination mit 
Kosen. 

Erst im Mittelalfer wurde der 
Gebrauch von Myrte in Mittel- 
europa heimisch - trotz des von 
den damaligen Kirchenvätern aus- 
gesprochenen Verbotes. 

Mrte selbst war Symbol der 
Liebe und der Unsterblichkeit. 
Sie war der Aphrodite geweiht. 
Die Römer bekränzten mit ihm - 
ebenso wie die Griechen - ihre 
Priester, Dichter und Helden. 
Dabei galt Myrte, wie auch die 
Palme, als Symbol des unblutigen 
Sieges. Lorbeer wurde demgegen- 
Über auch bei blutigen, kriege- 
rischen Siegen verwendet. 

Myrte war auch Bestandteil 
duftender Salben und der Kyphi. 





ZYPRESSEN 

Als Zypressen wird eine danze 
ı Nadelholzgattung bezeichnet. Die 

echte Zypresse, Cupressus sem- 

pervirens, galt als heiliger 

Baum der Astarte. Später wurde 

er aufgrund seiner flammenähn- 


lichen Gestalt auch für die, 


Arthänger Zarathustras heilig. In 
Rom war die Zypresse dem Gott 
der Unterwelt geweiht und galt 
daher als Trauer- und Todesbaum. 
Daher wurden Sterbehäuser mit 
Zypressenzweigen geschmückt. 

Das Holz der Zypresse wurde 
vielfach verwendet: Zur Herstel- 
lung von Götterbildern ebenso, 
wie im Haus- und Schiffsbau, bei 
der Geräteherstellung, für Mu- 
sikinstrumente und anderes mehr. 
Der Rauch von verbrannten Zy- 
pressenzweigen galt in Altertum 
und Mittelalter, wie andere Na- 
delhölzer auch, als wirksamer 
Schutz gegen Seuchen, Zauber und 
böse Geister. 


FICHTE 

Fichte wurde im Mittelalter - 
ebenso wie andere Nadelhölzer - 
zur Vertreibung böser Geister 
verwendet. Es wird auch u.a. von 
Konrad von Megenberg berichtet, 
das der Rauch in der Lage sei 
Husten zu heilen. 


ZEDERN 

Zedern werden schon sehr früh 
als Räucherwerk im Gottesdienst 
und bei Bestattungsriten verwen- 
det. Sie werden in diesem Sinn 
im Gilgamesch-Epos erwähnt. Auch 
bei altbabylonischen Bestattun- 
gen wurden Zedern gebraucht. 

Das Harz der Zedern galt als 
Heilmittel bei Sodbrennen. Auch 
wurde mit ihm Styrax verfälscht. 


MUSKAT 

Muskat stammt von den Molukken. 
Es ist sehr spät bekannt gewor- 
den: erst für das 8.Jhd.n.u.Z. 
‚ist es belegt. \ 

Im Mittelalter dann galt Muskat 
als magenstärkend und verdau- 
ungsfördernd, wie viele andere 
Gewürze auch. Es wurde zudem für 
aromatische Räucherungen de- 
braucht. So wurde es u.a. bei 
der Krönung Heinrich VI 1191 in 
Rom verwendet. 


NELKEN 

Pulver von Gewürznelken ist als 
Räuchermittel ähnlich unbekannt. 
Es wurde bei den alten Chinesen 
in einer Mischung mit Aloe ele- 
mi, Myrrhe, Styrax und Benzoe 
verwendet. 


ROSMARIN 

Rosmarin ist ebenfalls nur als 
Gewürz- und Heilpflanze bekannt. 
Sohon im Altertum wurde es in 
Arzneien verwendet, aber auch 
als Gewürz, zur Herstellung von 
Kränzen und bei Räucherungen. 
Rosmarin galt als Symbol der 
Liebe und Fruchtbarkeit, daneben 
wurde es aber auch - wenn auch 
selten - als Totenpflanze ver- 
wendet. In Rom wurde Rosmarin zu 
Ehren der Götter verbrannt. We- 
gen seines Geruchs stand es im 
Mitteralter im Ruf Krankheiten, 
Unheil und böse Geister zu ban- 
nen. Dies besonders im Zusammen- 
hang mit Geburt, Hochzeit und 
Tod. So wurde, bevor Myrtenkrän- 
ze üblich wurden, Rosmarin zu 
Brautkränzen werarbeitet. Ebenso 
diente es bei Liebeszauber und 
Liebesorakel. 


WACHOLDER 

Wacholder ist noch vom Räuchern 
von Fischen u.ä. her bekannt. 
Dabei ist der immergrüne, demei- 
ne Wacholder eine alte Zauber- 
und Heilpflanze. Den Germanen 
galt er als Spender von Leben 
und Gesundheit. Sie verwendeten 
Wacholderholz bei Opfern und 
Totenverbrennungen. Dioskurides 
und der Papyrus Ebers erwähnen 
ein Kyphi, welches Wacholder 
enthält. Auch in der Orphik 
wurde Wacholder verwendet: ein 
Anwärter, der in die Geheimnisse 
eingeweiht werden wollte, mußte 
sich zuerst im Rauch von Wachol- 
derzweigen reinigen. 

Beeren und das aus dem Holz 
dewonnene Öl wurden seit dem 
Altertum als Heilmittel verwen- 
det. Der Rauch sollte auch vor 
ansteckenden Krankheiten schüt- 
zen. 


12 


AyRT a 
Wacholder- NN AHN 
zweid ek a 


Als Gewürz ist Wacholder ebenso 
früh belegt. Im Kochbuch des 
Apious wird es genannt. Die 
Beeren wurden auch zur Herstel- 
lung von Würzweinen benötigt. 
Ebenso dienten sie zum Verfäl- 
schen von Pfeffer. ; 

Im Mittelalter dann galt der 
Wacholder als Abwehrnittel. Wa- 
cholderzweige wurden über die 
Haustür oder den Stall aufge- 
hängt. So sollten sie vor Teu- 
feln, Hexen, Diebstahl, Zaube- 
reien und Giftschlangen bewah- 
ren. Ein echtes Allheilmittel 
also. Mit den Zweigen sollten 
ebenso bereits verzauberte Ge- 
denstände wieder entzaubert wer- 
den können. Schläge mit ihnen 
sollten us; lebenserweokend 
wirken. 

Wacholderzweige waren in einigen 
Gegenden auch Bestandteil der 
Palm, welcher am Palmsonntag in 
der Kirche geweiht wurden und 
dann als glücksbringend im Haus 
verwahrt wurde. 


ZIMT und KASSIA 

Als Zimt wird die Rinde von ver- 
schiedenen Bkumen bezeichnet. 
Der Ceylon-Zimt stammt vom Cin- 
namamom zeylanioum; Kassia bzw. 
China-Zimt vom Cinnamamom Cas- 
sia; weißer Zimt von Canella 
alba. 

Besonders der Kassia wurde in 
China und Indien für Räucherun- 
gen benötigt. Diese Anwendung 
ist schon für 2800 v.u.2. be- 
legt. Im Tempel von Edfu (China) 
ist eine Inschrift aus der 18. 
Dynastie, in der Kassia erwähnt 
wird. Auch im Sanskrit wird Zimt 
in einer Kombination mit NWeih- 
rauch genannt. Ende des 2.Jahr- 
tausends ist der Zimt dann auch 
bei den Phönikern und den Juden 
bekannt, wo er Bestandtril des 
Salböls wird. In Agypten wurde 
er bei der Einbalsamierung ver- 
wendet. 


JOHANNISKRAUT 

Johanniskraut wird heute nur 
noch als Heilpflanze in Form 
einer Teedroge verwendet. Im 
Mittelalter wurde es aber wegen 
seines Weihrauch-artigen Geruchs 
in Italien zur Teufelsaustrei- 
bung benutzt. 


57 








SONNNOND 


Walpurgisnacht/Beltane/Haifest: 


Anfang Mai 
Halbuond: 
Vollnond: 
Balbuond: 


Sonne in den Zwillingen: 


Schwarzuond: 


BRICHKOND 
Halbaond: 
Vollaond: 
Halbuond: 
Schwarzuond: 


13; 
95; 
16.5. 
22.5. 
24.5. 


91.5. 
8.6. 
16.6. 
22.6.(!) 


Sonnersonnenwende/Litha/Baldrs Tod: 
22. Jumi (Hacht v. 21,-22.6.) 


Sonne in Krebs 


ZEUKOND 
Zalbaond: 
Vollnond: 
Balbuond: 
Schwarzuond: 


ZUTEIOND 
Sonne in Löwen: 
Halbaond: 


Schnitterfest/Lugnasad: 


August 
Volluond: 
Halbuond: 
Schvarzuond: 


SCHEIDENOND 

Sonne In der Jungfrau: 
Balbuond: 

Vollnond: 

Halbuond: 

Schvarzuond: 


2.6. 
8.7, 

157. 
2.7, 


24.7. 
23.7. 
Anfang 


6.8. 
13.8, 
20.8. 


24.8. 
AN. 
5.9. 

11.9. 
19.9. 


GILBRARF 

Kerbst-Äquinoktiun/Nabon/Erntefest 
(fag- und Machtgleiche): 24. Sep- 
tenber (Xacht v. 23.-24.9.) - Sonne 


In der Vaage 


Halbaond: 219. 
Vol lnond; 4.10. 
Balbuond: 11.10. 
Schwarzuond: 18.10. 
NEBELDOND 

Sonne In Skorpion: 14.10. 
Halbuond: 26.10. 
Sanhaln/Nodans Opfertod/foten- 
fest/Halloveen: Anfang Kovenber 
Vollnond: a11,l!) 
Halbnond: 9llı 
Schvarzuond: 1.11. 
JOLKOND 

Sonne im Schätzen: 23.11. 
Halbaond: 2.1. 
Vol luond: 412. 
Zalbaond: 4B, 
Schwarzuond: 17.12. 
ZARTONG 1991 


Fintersonnenwende/Julfest/Nacht der 
dütter: 23. Dezenber (Nacht v. 22.- 
23.12.) - Sonoe In Steinbock 

4b dieser Nacht beginnen die 12 


Rauhnächte! 

Balbaond: 25.12. 

Fol lnond: 31.12.1990 
Halbaond: 7,1,1991 
Schwarzuond: 15.1.1991 


22 


A En 


LESERBRIBEE ++ LESERBRIEFE ++ LESERBRIEFE ++ LESERBRIEFE ++ LESERBRIEFE 


AnhAARAARKAARMAÄRSRAARAAAAAMARARARARARNKRARRARARRARARRARARRARARAARAA RAN 


Insere Leserin Corinna Schenz aus Windsbach übersandte uns folgenden Text zur Wintersonnenuende, der von 
Ingrid Schilcher (Weihnachten in der Bedeutung der weiblichen Kulturgeschichte) stanat: 

075 begab sich aber zu der Zeit, daß ein Licht ansglag In alle Welt, Peuer Ioderten auf den schnenbedsckten 
Höhen, Die Irminsänle anf des Berges höchster Spitze lenchtete weit ins Land, 

Oriesterinnen in goldenen Gevändern tranken aus der Sliberschale den heiligen Trank, Die Marheit der Grossn 
futter var an sie, und sie verkändeten Jant die Preude, die allen Volke viderfahren wird: Buch Ist heute das 
Licht erneut geboren und die Sonne wiederauferstanden und Ihr verdet da s zun Zeichen finden, dab die Tage 
vieder länger verden und die dunklen Nichte weichen, 

Die Frauen schürten das Feuer in Herd und tragen es auf die Berge, dankten der Hinnelsuutter, priesen und 
lobten das wiederkehrende Licht und stinnten die heiligen Sonnengesänge an. 

sie schnickten Ihre Jallen nit frischen Tannengrän, entzändeten ein Licht und überall äuftete es nach Teih- 
rauch und Holz." - 
HRKARAARRRANKARARRANKARARHRARARAARARARARARKAHAARARAARARRARARARAA RAR AR 

Yans-Joachia Roteraund vom "Sanetarary of Ashera’ schreibt uns; *...ein Satz hat mir besonders gefallen, 
ninlich: es stinnt froh, "daß wenigstens der gute alte Aleister nur ein ganz stinknornaler Erleuchteter var." 
Ihr täuscht Euch nicht. 

Und, laßt Euch nicht von Leuten alt “Illeinvertretungsansprach (sprich Egotrip total) unterkriegen.* 

N AAKKERKERRARKARKMAHAKAAHA RAR RAR RAMKARARKAR HA RAR AR AHA RHRAARAH RA RA RAN 

Sebastian Esnann von Indogermanischen Kultverband "Urlagu' teilte uns n.a. alt: "Die Gründung Eures Netzuerkes 
jas sich sehr interessant, wobei sich herausstellte, das dieser Geza v. Nenenyi "wahrhaft" abgedreht zu sein 
scheint. Da sich dieser als eintig (zeinzig) “yahrhafter" Repräsentant des "Hahren" germanischen Beidentuas 
fühlt, sei eine Erklärung des Wortes echt/wahr angebracht: Dieses einfache deutsche Vort scheint manchen 
Esoterikern große Schwierigkeiten zu machen: Han redet von "echten" Rosenkreuzern, "echten" Freinaurern, 
"echten" Gnostikern usw., ohne näher zu erläutern, was dieser Zusatz echt/wahr eigentlich bedeuten soll. In 
fast allen solchen Fällen sind die Zusätze echt/wahr oder "falsch" eigentlich austauschbar. 

Soveit dies zum Vort echt/wahr, jetzt zum Wort Beide. Als "Repräsentant" des germanischen Heidentuns repräsen- 
tiert er ",..eigentlich die Reidenbevohner, da die Städter längst die Staatsreligion angenonnen hatten; nach 
der Äutherischen Bibelübersetzung und dem Sprachgebrauch der christlichen Kirchen sind alle Nenschen Beiden, 
die weder Christen noch Juden sind. Die Juden nannten alle Hicht-Juden Gojin, was Luther durch Heiden übe- 
rsetzte. Das Wort der Beide ist somit die Schöpfung Luthers, der Kirche also.... 

Jie Schwierigkeiten sich zusannen zu schließen, könnten durch nehr Toleranz umgangen werden. Schließlich zählt 
das Ziel, von der Öffentlichkeit anerkannt zu werden als das, was wir sind, nämlich keine ausgeflippten 
Aussteiger, die grasrauchend einer Hodeerscheinung nachhängen, sondern welche, die ihrer Or-Religion anhängen 
und diese auch ungestört ausüben vollen, Dieses kann man aber nur zusannengeschlossen erreichen. 

Yaß das nit der Toleranz geht, zeigt vielleicht Urlagu. Zu den Penern des Bel/Hohen Haien gründeten wir unter 
einen festlich geschmickten Eichenbaune unsere Gruppe Orlagu (idgn. Urgesetz/Schicksal). Wir bestehen zur Zeit 


34 


er 





aus der gigantischen Zahl von zwei (2!) Mitgliedern, und das, obwohl der eine sic 

dunklen hingezogen fühlt und der andere mehr zu denen des Lichtes, was uns aber mr nn 
zuarbeiten...Wir gründeten diesen Verbund mit dem Grundsatz, für alle toleranten Glanbensrlchtungen zu inglich 
zu sein...Weiter konnten wir feststellen, dad ohne Forschen in der Vergangenheit eine Hiederbelebu des 
Orglaubens wohl kaum nöglich sein wird. Es gilt zu sichern, was überliefert wurde, aber auch das 4 di 
Kirche aus der alten Zeit übernahn,...Aun denn. Auf Auf einen engeren Verbund aller "heidnischen" era i 
auf einen aufgeklärteren Ungang der Öffentlichkeit nit uns Heiden. * a 
MRAKRARKMKKAK AR AK RA K AKA AH KARA RA HA KA AHA KARA AR Ah 

Unsere Leserin%f-Dhat in Ihren Leserbrief kurz aber recht bündi 

Gruppe organisiert, Vielleicht enthält er für manche von Euch ein en ne ne 


Betr.: Der Hain 
Umfrage "Wie leben Heiden ?" 


Lieber Michael, 
ich habe im Laufe der Jahre feststellen müssen, daß es leider immer noch so aussieht : 
l) Konfession "katholisch" od. "evangelisch" = akzeptabeler Mensch 
2) wenn nicht NENNEN 25 PTEEGNRDEAGE FOENER ERS chende; Henach 
= minderwerugerer 7 
c) HEIDE = ausgeschlossener " 


Ausdrücklich betont : obige Feststellungen be 
2 ziehen sich ausschließlich auf meine per- 


Daher habe ich gelernt, meine Religion nur im privaten Rahmen zu pflegen. 
Fol Ä selbstsicherer 
ge: gestärkter, und akzeptierter Mensch ! Kurz: glücklich | 
Wir sind ein kleiner Kreis bestehend aus 5 Mitgliedern (auch Gäste sind stets willkom men). 


Wir lieben bzw. wir pflegen - die Geselligkeit, 


= unsere Feste, nicht eines wird ausgelassen, =wenn m Uch- 
sie finden jeweils umschichtig statt, 2 


- Magie im Alltag, Hochzeiten, Trauerfeiern, Taufen, 
einer hilft. dam anderen in Tiefpunkten des Lebens, 
” 


- Herstellung von NN Keramiken, 
len 
ae Schmuck, Talismanen, 
. Roben u.v.m. 
- Beschäftigung mit Runen, Tarot, Würfel, Steinen, 
etc. 
= gemeinsame Tätigkeiten wie Kegelbildung, Meditation, 
Wachtraumreisen, Mantram, 
(Mantram: unsere Önlichen 


und eigenen = keine 
a se Buchweisheit) 


Ausübung: in unserem jeder hat seinen, wenn noch klein) 
N auch 
Tempel oder in freier Natur. - 


35° 


Gelegentlich mußten wir auch schon mal 
eine Räumlichkeit mieten. 


Muß an dieser Stelle meine Ausführungen beenden, da sonst zu lang. 


Jeder von uns versucht, seinen Beruf, der ja nicht immer der gewünschte ist, 
magisch auszuüben; d.h. seine Arbeit zum Broterwerb und Unterhalt, der ja 
nun mal nötig ist, so gut wie möglich auszuüben und zwar 50, daß er dann 
auch wirklich Spaß macht. 


Der Alltag darf nicht unsere Empfindungen ersticken. 
Somit wäre das Mord an der Lebensfreude; wir versuchen, dem entgegenzuwirken. 


Ihr "Heiden" seid gesegnet ! 
Kr 0 ) 
KHRREKRMEARAHRKARARAMKARK RANK ARM A AAN AA RAH RAR AAHARRAR AK R 


Für BAIN Nr. 3 bekamen wir von unseren Leser Kurt Plath einige Interessante Annerkungen übersandt: 


Liebe Freunde! 


Nachstehend ein spontanes 'Echo' „ nicht um zu kritteln, sondern 
um ein gemeinsames Anliegen voranzubringen. Ich hoffe deshalb, 
daß es mit Nutzen angehört wird. 

1) zu S.6-18 "Angst _vor Mystik?! _: 


Ja und Nein, nicht eigentlich 
Angst sondern 'Scheu vor dem Nebel'. Das sichere Grundgefühl, 
daß 'Mystik' soetwas wie ein'Guckloch im Vorhang' ist, durch 
das man auf die 'Bühne dahinter' schauen kann, macht Mut, aber 
wenn man dann von den anderen Menschen vor dem Vorhang aufge- 
fordert wird, zu erzählen, was man denn gesehen hätte, dann 
wird es schwierig, denn man bedürfte dazu drrationa I. Rn 
Sp Faucnhy@: 

Das Problem betrifft nicht nur 
die Mystik, sondern alle anderen Ausdrucksformen unserer 'Reli- 
giosität' (Symbole, Mythen, Epen, Offenbarungen, Wertetafeln, 
Menschenrechts- und andere Charten etc.etc. 


Michael Frantz hat - offensicht- 
lich durchaus rational denkerisch vollentwickelt - uns vielen 
anderen 'Verstandesmenschen' mit dem o,a. Aufsatz einen un- 
schätzbaren Dienst erwiesen, nämlichBegriffe zu 
bestimmen, die in unsere Lektüren und Gespräche einzu- 
fließen pflegen, ohne verdaut zu werden. Der '"Super-Cocktail' 
NEW AGE gehört z.B. auch dazu. 


zu S.19-24 'Natur und Meditation' 


Ein ebenfalls gelungener Versuchr 
rational an Erlebnisse heranzuführen, die subjektiv keiner Er- 
klärung bedürften, aber die Nichtbeteiligten objektiv 'neugierig' 
machen im wissenschaftlichen Sinne d.h. erklären zu wollen, wie 
'solche Erlebnisse zustandekommen' 


y 


rt 
= 


zit: S.42"Es gibt nämlich eine Aufgabe, 
die alle Lebewesen auf dieser Erde gemeinsam haben, und das 
istdiezu sein,dazusein..."- und ich ergänze 
"so zusein!" - Wie einfach ist doch die Frage nach dem 
'"Sinn des Lebens' zu beantworten! 








HEIDNISCHE GEDANKEN 


Wir sind von der Alten Religion, 
gezeugt von der Zeit, geboren 
aus unsrerer geliebten Erdaut- 
ter. Viel zu lange haben die 
Kenschen schon den steinigen 
Pfad betreten, der unter einen 


sich ewig streckenden Hinzel 
entlangführt. Der Gehörnte 
spielt auf einer einsamen 


Lichtung, denn seine Leute sind 
zerstreut in diesen öden Zeit- 
alter und der Wind trägt seine 
Klagen über verlassene Heiden, 
feuchte Moore und zu einsanen 
Wiesen. Wer kennt noch die alte 
Sprache des Mondes? Und wer 
spricht noch mit den Göttern? 
Die Hagie des Landes Lirien und 
die alten heidnischen Götter 
schwanden dahin unter des Dra- 
chen Aten, die alten Vege der 
Magie sind im Brunnen der Ver- 
gangenheit versunken und nur die 
Steine erinnern sich nun aehr an 
das, was uns der Aond einst 
erzählte und was wir von den 
Bäumen, den Stinnen der Gräser 
und den Duft der Blunen lernten. 
Yir sind Beiden und wir 
verehren die heidnischen Götter; 
und unter uns gibt es Hexen, sie 
sprechen mit den Mond und tanzen 
nit den Gehörnten, Aber Hexen 
sind selten unter den Heiden 
heutzutage, tief und unergründ- 
bar, erkennbar nur von Angehöri- 
gen ihrer eigenen Art durch das 


Licht in den Augen und der Liebe 
in Herzen, an Schlag ihrer Zunge 
und an ihrer Kenntnis der Wirk- 
lichkeit, Aber der Weg der Nicca 
ist nur einer, Es gibt viele; da 
sind Heiden überall auf der 
Velt, die die Erdantter und den 
Hinnelsvater verehren, den Be- 
gengott und die Göttin des Be- 
genbogens, die dunkle und weise 
Alte auf den Bergen, die Kond- 
göttin und das kleine Volk jen- 
seits der Schleier. Ein Heide 
ist jenand, der die alten Göt- 
tinnen und Götter der Natur ver- 
ehrt, gleichgültig ob durch Be- 
obachtung oder Studien oder 
Liebe und Anbetung in den gehei- 
ligten Riten des Kondes oder den 
großen Festen der Sonne. 





Vor vielen Zeitaltern, als 
die bleiche Dännerung des Ver- 
standes über den heidnischen 
Hinnel kroch, wuchs der Nensch 
aus dem Glauben an die Alten 
Götter heraus, Nun muß er den 
Unglauben entwachsen, Derjenige, 
der versucht, die Götter in 
existent und nicht-existent 
aufzuteilen, wird für sich 
selbst nur Paradoxe schaffen, 
weil die Götter sich so nicht 
einteilen lassen, genausowenig 
vie die magischen Lande des 
Bruders der Zeit. Existiert der 
Geist? Frage Sie und Sie wird 
dir Ja zur Antwort geben, trach- 
te, Sie zu besitzen und Sie wird 
dir entgleiten. Sie ist überall 
und nirgends. Du siehst Ihr 
Wirken an allen Orten, sie 
selbst aber ist nirgendwo. Das 
Leben, das aus ungerer Kutter 
Leib entsprang, ist zweitgebo- 
ren, es enthält weder das Erst- 
geborene noch das Ungeborene. 
Zeig uns deinen Geist und wir 
zeigen dir deine Götter, Keine 
Sorge, daß dues nicht kannst, 
denn wir können dir die Götter 
auch nicht zeigen, Doch konn nit 
uns und die Göttin selbst wird 
unsere Geliebte sein, und der 
Gott wird seine Melodie anstin- 
nen. Aber all deine Logik ist 
unsonst, weil sie ein geschlos- 
sener Ring ist. Neder rechtfer- 
tigt das Kind die Kutter noch 
der Traun den Träunenden. Und 
was gehen die Känpfe der Gegen- 


sätze die an, die sich in einen 
Wirbelvind verliebt haben oder 
ibn, den Liebhaber des Regenbo- 
gens? 

Aber erzähle uns von deiner 
Göttin, wie du gie liebst, und 
von den Göttern, die deine Werke 
leiten, und wir werden dir nit 
Erstaunen lauschen, denn weniger 
zu tun wäre arrogant, Aber wir 
werden mehr tun, weil des Aen- 
schen Herz sich sehnt nach halb 
vergessenen Erinnerungen, und 
nach den alten, nur halb gesehe- 
nen Aythen. Wir schreiben die 
alten Aytben, wie sie stets 
geschrieben, wir werden sie le- 
sen auf den alten Steinen und in 
den Höhlen und ia tiefen Grün 
des Waldes, wir hören sie in den 
rauschenden Gebirgsbächen und in 
Rascheln des Laubes, und wir 
sehen sie in den Gewitterwolken 
und im Abendnebel. Wir wollen 
keine neue Religion gründen, 
unsere Religion ist so alt wie 
die Berge, ja noch älter, wir 
wollen Unterschiede nicht ver- 
schmelzen. Unterschiede sind 
gleich den Blunen auf der Wiese, 
und wir sind alle Eins in der 
Kutter, 

Was braucht es eine heidni- 
sche Bewegung, wenn unsere Reli- 
gion doch keine Lehren kennt und 
wir es in den Wind hören, in den 
Steinen fühlen und die Hondin 
nit uns tanzt, wie es uns ge- 
fällt? Es besteht eine Notwen- 
digkeit. Zu lange var der Ver- 


wirrer unter den Nenschen und 
die Stänne der Menschen sind 
nicht nehr. Die Söhne des Hin- 
nelsvaters haben fast schon die 
Natur erobert, doch sie haben 
der Autter Brust vergiftet und 
die Autter trauert un die 
Schmetterlinge, die sterben und 
die Nacht schreitet vor. 
Verflucht sein die Eroberer! 
Doch es sind nicht wir, die sie 
verfluchen, sie sind es selbst, 
denn auch sie sind Natur, Sie 
haben unsere Nagie gestohlen und 
an die Seelenhändler verscha- 
chert und die Seelenhändier ha- 
ben sich in einen Labyrinth 
verirrt aus dem es keinen Ausweg 
gibt, denn sie fürchten sich, in 
die schwarzen Wasser zu tauchen, 
und sie fürchten die Realität 
denn Er bewacht den Neg. 

Ko sind die heidnishcen 
Heiligtüner? No versaaneln sich 
die Anhänger? Wo wird Magie 
gewirkt? Und wo sind die Göttin 
und die Alten? Unsere Heiligtü- 
ner sind in den Feldern und in 
den Bergen, in den Sternen und 
in Wind, tief in grünen Nald und 
auf den Felsen in Strom. Doch 
die Schreine stehen leer, und 
sollten wir uns in den Arnen des 
Nondes versammeln, un unsere 
alten Riten zu praktizieren und 
un nit den alten Göttern zusan- 
nen zu sein wie wir damals wa- 
ren, 5o würden wir von den Toten 
behindert, die nun der Xutter 
Land beherrschen und Besitzrecht 


auf unser äutter Brust erheben 
und Gesetze der Teilung und der 
Beengung auf uns legen. Wir 
können uns nicht nehr öffentlich 
nit unseren Göttern treffen und 
die alten Riten der Geneinschaft 
sind von den Städten und Genein- 
den vertrieben, getrieben inner 
in das Land, wo nur eine Hand- 
voll Beiden übrigblieb, un die 
alten Geheinnnisse zu schützen 
und die alten Riten auszuüben, 
Es gibt Magie in der Heide, weit 
von der kalten grauen Gesell- 
schaft, und dort sind Inseln der 
Nagie versteckt in den Eingewei- 
den der Metropolen, hinter ver- 
schlossenen Türen, doch die Leu- 
te sind wenige, und die Bearrie- 
ren zwischen uns gewaltig. Die 
Alte Religion ist zu einen 
dunklen Pfad geworden, obskur 
und versteckt in den schützenden 
Busen der Nacht, Dünne Finger 
blättern im Buch der Schatten, 

während der Sonnenschein vergeb- 

lich seine Anhänger in der be- 

laubten Lichtung sucht, 

Hier ist denn der Grund für 
eine Heidnische Bewegung: Wir 
wollen eine heidnische Gesell- 
schaft schaffen, in der jeder 
frei ist, die Göttinnen und 
Götter der Natur zu ehren und wo 
das Verhältnis zwischen den Ver- 
ehrer und den Göttern beilig und 
unverletzbar ist, vorausgesetzt, 
daß sie in der Liebe zu ihren 
eigenen Göttern nicht die Namen 
der Götter Anderer verfluchen, 


39 


ee 





( 


Pe 
IN andbLtKLOTMEB IN RINzLdTS OF GOLD md PRACON Su4 


Es ist noch nicht unsere 
Aufgabe, die Gesetzgeber dazu 
zu dringen, die Gesetze der 


Unterdrückung abzuschaffen, und, 
nit der Hutter Liebe, es wird 
nie unsere Aufgabe sein, denn 
die hindernden Gezeiten des Dog- 
aatisaus ebben nun ab, Unsere 
erste Aufgabe und unser größter 
Wunsch Ist, 


zusanmenzukonnen, 





aiteinander zu sein in unseren 
Stinnen, denn wir sind noch 
nicht entwachsen von der Autter 
Brust zu den Bildanis der Göt- 
ter. Wir sind von der Erde, wir 
sind Geschwister nit allen Kin- 
dern der wilden Natar, vor lan- 
ger Zeit geboren im warıen 
Schlann des Ozeans; wir waren 
zusanaen dort, und wir waren 


YO 


$ Himmel streckte, 


Fu s 


asKı6$ 


Dom STAR STRAKMTUMD Trac GLOwaRG, im CARIK Fran Tut Qu (€ NDom 


zusammen im Regenwald lange vor 
den dunklen Tag, als, von den 
Stolz des Hinnelsvaters betört 
und der Kutter Liebe vergessend, 
wir ihre vorber geborenenn Kin- 
der töteten und der alte Genpool 
ara wurde. Das Rote Rind lebt 
fun in Anerika; das Schwarze 
Kind hat den Göttern noch nicht 
entsagt; die alten Australier 
sind inner noch bei ihren Hatur- 
göttern; die Alten leben inner 
noch in Herzen der Autter In- 


1 dien; und das Weiße KKind hat 


inner noch einen Fuß auf den 


Bold alten Weg der Wicca. Doch den 
ME Neanderthal gibt es nicht mehr, 


und ihre Hagie ist verschwunden 


A wie die Lli, und die Achier 


haben die Dänne gebrochen, und 


M das Meer floß herein, un die 


Insel Erin von Land der Weiden 


Ms der Mensch sich gen 
sah er alt 


einen Ange auf einen zuei-ge- 


Hanns sichtigen Gott und verfluchte 


die Erde, die allein unser Leben 
ist und unser Ernährer und die 
Brust, zu der wir inner zurück- 
kehrten seit Anfang der Zeit. 
Ver nur den Verstand gebraucht, 
un das Onfaßbare zu ergreifen, 
ist ein Narr, denn Logik ist ein 
Echo, das in der Frage schon 
enthalten ist, und hat keine 
eigene Stine; doch er ist kein 
schlianerer Narr als der, der 
Logik verflucht oder aus der 
ferne für nichtig erklärt, doch 


Angst hat vor einen fairen 
Kampf, wenn er auf des Gegners 
Schwelle steht. Dreh’ nicht dei- 
nen Rücken den Verstand zu, denn 
seine Klinge ist scharf; verwir- 
re ihn und er gibt nach, denn 
sein Kanpfgesetz ist ehrbar. 
Hier liegt noch mehr Arbeit für 
die Heidnische Bewegung. Unser 
Wissen ist über die Jahre ver- 
krustet nit okkulten Trivialien 
und den leeren Nebeln der Verlo- 
renen, Die Okkulten Künste sind 
in einen Zustand der extremen 
Dekadenz, Astrologie ist In 
Verruf gekommen und hat Angst, 
sich nit den Schwert des Stati- 
stikers zu konfrontieren; £rende 
Glaubensbekenntnisse haben 
unsere eingeborenen Künste ver- 
drängt und, so wenig verstanden 
wie unsere eigenen vergessenen 
Künste, sind genauso £ruchtlos, 
denn sie verstehen nicht, und 
noch mehr so, denn sie sind 
nicht vertrraut. Nißverständnis- 
se sind reich an Zahl. Auf 
jeden Horizont zieht Unglauben 
schwarz herauf, und Vannpire 
leben gut von dem Blut der 
Leichtgläubigen. Unsere Aufgabe 
ist es, das Belanglose von uns 
zu weisen, das Irrelevante und 
das Falsche, und die verlorenen 
Kinder der Erdautter wieder in 
den Hof des Hinnelsvaters zu- 
rückzuführen, wobei der Verstand 
allein gennug ist. Glauben ist 
die Irreführung des Leichtgläu- 
bigen; er hat keinen Platz in 


? 


r 


Herzen eines Heiden, 

Doch während wir traurig 
sind un die, die vom Verstand 
verdusat wurden, sind wir ver- 
zweifelt nit denen, die nicht 
uehr sehen als seine Trugschlüs- 
se, wenn er das ewige Rad der 
Doppelaussagen dreht, Wir sind 
nicht erschaffen worden durch 
eines Hathenatikers Berechnun- 
gen, und wir waren alt, als der 
erste Alchenist noch ein Kind 
war. Wir sind durch den nagi- 
schen Wald gelaufen, wir haben 
den Kessel gesehen, durch den 
Einer Viele wird und die Vielen 
zu Einen; wir kennen die silber- 
ne Jungfrau des Mondllichts und 
den Hall der gespaltenen Hufe, 
Wir haben die Flöten des Zwie- 
lichtfarns gehört und die Spri- 
che der Zauberin, und die Zeit 
stand still, Wir waren in der 
endlosen Dunkelbeit, vo die 
Stute der Nacht reitet, und 
ritten sie bis zun Abhang und 
weiter, und wir kennen das 
dunkle Gesicht der aufgehenden 
Sonne. Spinne einen Spruch von 
Worten und knüpfe einen nagi- 





schen Knoten; spinne ihn auf den 
magischen MWebstuhl und spinne 
ibn mit den Göttern. Sage ihn in 
einen alten Rein und sage ihn zu 
der Göttin und in Ihren Nanen, 
sage ihn zu einen dunklen 
Brunnen und atne ihn auf einen 
stein. Es gibt keine Schilder 
auf den unbegangenen Neg, doch 
wir machen unsere Rituale zusan- 
nen und geben sie als Geschenke 
zu der Göttin und den Gott in 
Ihren großen Riten. Hier ist 
letztlich unsere Aufgabe in der 
Beidnischen Bewegung: Nagie zu 
schaffen in Nauen unserer Göt- 
ter, unsere Magie zu teilen, wo 
die Götter es wünschen, und 
zusannenzukonaen in unseren ur- 
alten Festen der Geburt, des 
Lebens, des Todes und des Nech- 
sels in uralten Ahythaus. Kir 
werden die Rituale drucken, die 
durch das geschriebene fort ge- 
teilt werden können; wir werden 
alles in unseren Kräften Stehen- 
de tun, um die Menschen zusan- 
nenzubringen, un jene zu lehren 
die lernen wollen, und von denen 
zu lernen, die lehren wollen, 
Wir werden Gruppen initiieren, 
Leute zu Gruppen und Gruppen 
zu anderen Gruppen führen in 
unserer geneinsanen Liebe zu den 
Göttinnen und den Göttern der 
Natur. Wir werden weder die 
Geheinanisse der Coven stehlen, 
noch die Werkzeuge, die Kagie 
oder - noch weniger - die Götter 
Anderer entweihen, 


Wir werden sanaeln die Ay- 
then der Jahrtausende, unserer 
Leute und der Heiden anderer 
Länder, und wir werden die Bü- 
cher der Weisen studieren und 
nit den Junngen sprechen, Und 
was jeder Beide braucht in sei- 
nen Studien oder seiner Vereh- 
rung, das ist unser Belang, und 
die Aufgabe der Bewegung ist es, 
alles Mögliche zu tun, un uns 

„gegenseitig zu helfen in der 
Anbetung unserer geliebten 
Götter, 

Kir stehen bei den einsanen 
Heiden an Meeresstrand, nit ihn, 
der in den riesigen Bergen ver- 
ehrt, oder mit ihr, die ein 
altes Lied in einen verlassenen 
Tal weitab von der uetallenen 
straße singt, Wir stehen bei den 
Nanderer und ebenso bei den 
Gefangenen, enterbt von der 
Mutter Milch in der Dunkelheit 
des industriellen Tumors, Wir 
stehen auch bei den Coven, bei 
den Zirkeltanz im Licht des 
Vollnondes, bei den großen 
Festen der Sonne und bei denn 
Treffen der Menschen. Wir wollen 
unsere Tenpel in den Städten und 
in der Kildnis schaffen, das 
Lannd und die Plüsse von ihren 
Besitzern Kaufen, und wir werden 
sie der Göttin wiedergeben für 
ihre Kinder, und wir werden das 

Grün wieder pflanzen, wie es 
seit alters her war für die 
Liebe der Dryaden Stille und für 
die Liebe zu unseren Kindern, 


44 








| 


Venn die Flüsse klar 
fließen und die Winde rein we- 
hen, die Sonne nie aehr unbeob- 
achtet aufgeht und der Nond nie 
mehr ungeliebt durch den Nacht- 
hinnel reist, wenn die Steine 
von Gehörnten Gott erzählen und 
die Blumen ohne Angst blühen, 
dann wird unsere Arbeit beendet 
sein und die Heidnische Bewegung 
will zurückkehren zu unserer 
geliebten Kutter Leib, zu den 
Naturgöttinnen und Göttern der 
Heiden, 


Waxing Oak Coven 
Frankfurt 





KONTAKTANZEIGEN 


(KOSTEN: Nichtgewerbliche Kontaktanzeigen sind kostenlos. 
KDRESSAT: Als Adressat wird der Absender angegeben, außer ia 
Text steht etwas anderes. 

CHIFERE: Zuschriften auf Chiffreanzeigen können yir nur weiter- 
leiten, wenn ihnen ein nichtadressierter, ausreichend frankier- 
ter Unschlag beigelegt wird. 


VRRLANGERUNG: Wird eine Anzeige schriftlich, telefonisch oder 
aündlich verlängert, erscheint sie auch im nächsten HAIN,) 


RR RR RR RA RAR 


Zwei noch etwas unerfahrene Hexen nit Hang zur Herbalnagie, 
suchen gleichgesinnte Frauen und Männer zur Gründung eines He- 
xenzirkels in Kempten und Umgebung. Auch suchen wir Kontakt zu 
evtl. in und un Kempten schon existierende Coven zwecks Erfah 
rungsaustausch und Erweiterung unserer Horizonte. 
Simone Neblich, Untern Buch 6, 8960 Sulzberg, Tel.: 08376/8492 
RR RA 
Priester/innen der Großen Hutter nöchte mit Euch arbeiten und 
feiern; suche daher Coven in Raum München und "nähe" Landsberg, 
Harald Schwinghanner, Altöttinger Str, 19a, 8910 Lands- 
berg/Lech. 
KR RA AR AKA AK KK 
BERLIN : 
Ich suche Kontakt zu Frauen, die den weiblichen esoterischen 
Bereich des Heidentuns entdecken und erforschen wollen! 
Vielleicht gelingt es uns gemeinsan, den *Trudenring* wieder zu 
beleben! 
Meldet Buch bitte bei Ilona - Tel.: 030 / 623 54 95 
RAR RR AA AR 
NACHT UND TAG 
Schananischer Kreis Sonner 90 in Husa, Östersund/Schweden: 17.- 
29, Juni und 15.-27, Juli 1990. 
Infornationen: Rainer Ternieden, D-4576 Bippen-Ohrte, Tel.: 
05435-438 


RR RAR A A RA dck 


Liebe Häzen! 

Ich wünsche Euch allen ein frohes, gesundendes, glückliches und 
erfolgreiches Neues Jahr, 

Heil Ihr 


Ariana 


(Ana, d. Red.: Kir hatten den Brief leider verschlanpt, deswegen 
erscheint der Gruß mit Verspätung. Sorry Ariana.) 
RAR RR RR RAR 
Freie, feministische Hexe sucht Menschinnen und Menschen, Anazo- 
nen und GÖTTIN-Liebhaberinnen und -Liebhaber in Bonn und 
Umgebung. Ich freue nich auf Euch alle! 

Christiane Patz, Höhenweg 4, 5300 Bonn 1. 
KRANK RRR RR A KRRRARA A A k 
Suche Gedankenaustausch mit aktiv an Naturreligion Interes- 
sierten. Suche ferner Priesterin, um mit ihr geneinsan der 
Großen Göttin zu dienen. Ich bin ein schöner, gesunder Hann, der 
nach den Alten Gesetzen lebt, 

Nilfried Kissinger, Postfach 1141, D-863% Rodach, 
RR AKA KR 
Wer hat spezielles Interesse an Pflanzennagie, Daungeistern und 
Naturwesen ? Der wende sich an das PPH-Fürstentun, Appt. 20, 
Ernst-Reuter Str. 5, 3550 Wehrda. 


AR RR RAR RR RK 


BERLIN: 


her hat Interesse an einen magischen Entwicklungsweg nach den 
Prinzipien der ritualmagischen und kabbalistischen Tradition des 
Golden Dawn und Aleister Crowleys ? Ernsthafte und an gezielter 
Arbeit interessierte Heiden, die in Berlin Ieben, schreiben 
bitte an die HAIN-Redaklion, Chiffre 777, 


RR RAR RR RR RAR A ck 





#5 


| 








Q/ 

Studiengeneinschaft Gernanische Religion | 2 

Postlagerkarte 070 656 C, 1000 Berlin 44 VY 

\ Thee Tenple Ov Psychick Youth 2 2 
c/o Ritus, Lüneburger Str. 7, 1000 Berlin 21 2 


GRUPPEN, NETZWERKE DND ZEITSCHRIFTEN 


(Die in Klannern stehenden Anmerkungen sind Erläuterungen der Redaktion. 

Da die Auflistung aller uns bekannten ausländischen Gruppen, Netzwerke u. Zeitschriften das Volunen 
unserer Kontaktspalte bei weiten sprengen würde, haben wir eine Auswahl vorgenonnen und bieten den an Inforna- 
tionen aus den Ausland interessierten Leser folgenden Service an: Das infornationspaket Heiden-Gruppen. ES 
enthält neben Anschriften von Gruppen auch die von Netzwerken und Zeitschriften und andere Infornationen und 
{st gegen Überweisung von 6,"DF auf unser Konto erhältlich.) 


GRUPPEN 
Berlin: 


Gemeinschaft für heidnisches Leben 
Hatthias Wenger, Lüneburger Str. 7, 1000 Berlin 21 
Bernhard Schulz, Bäke str. 8, 1000 Berlin 45 


Gotharike-Nikinger 

c/o Holger Schnepf, Gruberzeile 69, 1000 Berlin 20 
Heidnische Gemeinschaft - Religionsgeneinschaft in Sinne des 
Grundgesetzes/Geneinnütziger eingetragener Verein 

Postfach 330 443, 1000 Berlin 33 


Hebelwald-Coven 
Nichael Frantz und Karin Brune, Schubartstr. 6, 1000 Berlin 27 





pspsAanaps 
By peSenD 
ERırT 2 G ; 
FANE 
NEE 
age "TH; 


Wilhela-Reich-Institut (Grundlagenforschung zur Lebensenergie) 
Delbrückstr. 4c, 1000 Berlin 33 





BNZSpEL8 






Hanburg: 


Philo-Sophia e.V, (Antike Aythologie in tiefenpsychologischer Deutung) 
Steffen Graefe, Osterstr. 71, 2000 Hanburg 20 


Schleswig-Holstein: 


i Arbeitsgeneinschaft Europas eigene Religion (Unitarisch) 


Bronberger Str. 4, 2240 Heide 


. Nenschenkreis 


Frank Herzer, Johannesstr, 22, 2200 Einshorn 


Niedersachsen: 


Arbeits- und Forschungskreis Walther Nachalett 


c/o Frau Fischer, Vor den Hallonen 43/45, 2105 Seevetal 
3(Naschen) 


Fellowship of Isis 
Ulrike Nerner, Neddernhof 185 a, 2117 Tostedt 


Findhorn-Kontakt 
Peter und Renate Badzinski, Mohnweg 30, 3012 Langenhagen 7 


Johanna-Bohneier-Verlag (Thelenitische Philosophie und Praxis) 
Breite Str, 65, 3134 Bergen/Dunne 





Ordo 1.4.0. - Abrasax-Versand 
Sandy Hackney-Riepe,0.T. Jarlitz, 3111 Oetzen, Tel.: 05604/848 


Thorguard-Vikings 
Harry Radegeis, Wasserburg Wiedelah, 3387 Vienenburg 


Triskel-Zentrun (Keltisch-schananistische Studien) 
Arienvey und Raveen Kronshage, Bohlweg 16, 3391 Wildemann 


Vrlagu - Verbund der Vor- und Frügeschi 
geschichtsforschun Ausü 
indogernanischen Kultbrauchtuns N 


Uve Nieneier, Basedowstr. 8, 3200 Hildeshein 


HS 





: 
> 
RER 


—— 


Hordrhein-Vestfalen: 


Adonistische Gesellschaft 
Koritzplatz 3, 4150 Krefeld 


Arnanenorden 
e/o Adolf Schleipfer, Vitalisstr, 386, 5000 Köln 41 


Rarthwora-Coven 
Justus Rönnan, Katerallee 2, 4930 Detmold 17 


Golden-Bagle-Coven 
c/o Hans-Joachin Schaidt, Corveyer Allee 2a, 3470 Höxter 


Kosnopsychologische Studiengeneinschaft 
W.J. Aretz, Kreuzeskirchstr. 11, 4300 Essen | 


Die Goden 
An Kranberg 20, 6349 Schönbach 


Hecksenkreis Yggdrasil 
Postfach 900 943, 6000 Prankfurt/Kain 


Hegsen-Kreis/Njörd-Verlag 
Hiltrud Sinon, Eschenbachstr. 18, 6234 Battershein 


Pendragon-Arbeitskreis Arbeitskreis Harburg 
Hildegard Balezarek, Nacholderbusch 11, 6300 Gießen 


Weca-Arbeitskreis Taunus 
Harald Harzenetter, Neusalzer Str. 75, Zinner 352, 6050 
Offenbach 

Reinland-Pfalz: 


Arbeitskreis Heinatreligion 
Gerhard Hess, Bornueg 2, 6274 Bechtheia 





Lernwerkstatt e.V. (Spiritualität und Politik, Rudolf Bahro) 
Brunnenstr. 1, 5531 Niederstadtfeld/Eifel 


Starnaiden-Earthdrean-Coven (vornals Celtsun) 
Berthold Röth und Claudia Szulc, Zornstr, 11a, 6520 Worns I 


Baden-Württenberg: 


Arkuna - Frauenforschungs- und Bildungszentrun 
Reinsburgstr. 194, 7000 Stuttgart 1 


Ökosophische Gesellschaft 
Holbeinstr. 1, 7800 Freiburg 


Naxing Oak Coven 
Dlrich Glaser, An der Bracke 17, 7145 Karkgröningen 


Bayern: 


Arbeitsgeneinschaft naturreligiöser Stannesverbände Europas 
e/o Erfr. Sigrun v. Schlichting, Kloiberweg 4, 8193 Annerland 


Deutsche nitarier - Religionsgeneinschaft freien Glaubens 
e/o Friedrich Ehrlicher, Tangastr, 58, 8000 Nünchen 82 


österreich: 


Arbeitskreis Hopi - Österreich 
Obersdorf 35, A-8983 Bad Nitterndorf 


Heca-Opal-Coven 
Postfach 43, A-1024 Wien 


Holland: 


Silver Circle 
Postbus 473, 3700 AL Zeist, Holland 


EEE EEE 


England: 
Order of Bards, Ovates and Druids 
160 Kow Road, Richnond, Surrey TU9 3E6, England 


Ostara Hearth 
Harald and Sigrid Stallard, 4 St. Johns, Horth Holawood, 
Dorking, 5U, 25 46, England 

Erankreich: 


Druidie Church of Saul 


Pierre de la Cran, BP 13, 93301 Aubervilliers Codex, France 


Isk: 


The Gala Group 
P,0, Box 613, New York, AY 10014, USA 


NETZWERKE 
Deutschsprachiger Raun: 


Yaxing Oak Hetvork (Wieca-letzuerk) 
Virich Glaser, An der Bracke 17, 7145 Narkgröningen 


tauareiter-Verlag (Wicca-Netzwerk) 
Hans-Joachin Schmidt, Corveyer Allee 2a, 3470 Höxter 


Ausland: 


Circle (Hohl derzeit größtes Wieca- und Beiden-Aetzerk in den Usı) W 
2,0 Box 219, At. Horeb, WI, 53572 USA 


@reen Circle (Heidentum und Zsoterik allgenein) 
postbus 1230, 1400 BE Bussun, Holland 


The Pagan Federation 
BB Box 7097, London WEIN 3XX, England 


8 






paganlink Network 
498 Bristol Road, Selly Oak, Birmingham B29 6BD, England 


ZEITSCHRIFTEN 


Deutschsprachig: 
- "ıhrahadabra" 
Peyn u. Schulze-Verlag, Breite Str. 65, 3134 Bergen/Dunne 


“Freasenbrief" 
Dietrich Hanphoff, Postfach 2026, 2970 Enden 


"er Jahreskreis" 
Postfach 1403, 8225 Traunreut 


"Irninsul* 
Adolf Schleipfer, Vitalisstr. 386, 5000 Köln 41 


"Lebensbaun* 
Erwin Bauerreis, Lohweg 12, 8562 Hersbruck 


"escalito" 


Berthold Röth, Zornstr. 11a, 6520 Worns 1 


Ausland: 


"Circle Network News 
P,0. Box 219, Mt. Horeb, WI, 53572 USA 


"Hinherfar Bulletin" 
Box 5764, London WCIN 3X, England 


€/o Carl Abrahansson, Drottning Kristinas Vä a 
Stockholn, Schweden i nas ig 9, S-11428 


dd 


EHE 


rer Postboks 48, 4901 Tvedestrand, Norwegen BIN INTERVIRK, DAS: UNS ÜBERRASCHTE 
"Isian Haus" Das nachfolgende telefonische Intervien gab der Beauftragte der evangelisch-hannoverschen Kirche für 
Clonegal Castle, Clonegal, Enaiscorthy, Irland Veltanschauungs£ragen, Joachin Biallas, den regionalen Privatsender Radio PEN. Und zwar anläßlich des Reren- 
canps in Hörter in Sonner 1988, 
“Odinn‘ i Radio FE: "Hexen und Heiden sind gerade am Zelten bei Höxter, Joachim Biallas, Beauftragter der evange- 
36 Dawes House, Orb Street, London SEIT, England lisch-lutherischen Landeskirche für Neltanschauungsfragen, was ist denn das nun, dieser Hicca-Kult, ist das 
eine Jugendfreizeit, ganz haralos, oder ist das ein finsterer Aberglaube oder einfach eine Religion wie das 
. ' Christentum auch ?* 
en London NCIU 3XK, England Biellas:"Also es ist ein Rückgriff wieder auf heidnische teligiosität, die aus England gekonnen ist, 1951 
| ist ja in England das Hexengesetz aufgehoben worden und seitden haben sich die Kräfte dort wieder entwickelt 
| | ejiccan Rede" (holländ./engl.) in Grunde im Rückgriff auf heidnisch-keltische Rituale auch. Dann ist aus Anerika die Oberhere Nirian Sinos, 
| e/o Silver Circle, P.O.Box 473, NL-3700 AL Zeist, Niederlande die sich Starhavk nennt, Sternenfalke, und der Engländer Alex Sanders, das ist der König aller Hezen, vie er 
| . sich nennt. Die haben diese Dinge wieder, wenn ich so sagen darf, lebendig gemacht, und haben natürlich 
| RD. | 2 Anhänger gefunden, 


Das hat an einem wesentlichen Punkt einen heute sehr aktuellen Grund. Die Starhavk schreibt in einen 
ihrer Bücher, das dieses eigentlich, der Hexenglaube, sei die Religion der Ökologie. Und damit weist sie 
darauf hin, das hier wieder der Glaube an die große Göttin und danit an die Urkraft aller Schöpfung gemeint 
ist, die im Ritual beschworen wird und in magischen Ritualen, das die Urkräfte der Natur wieder zum Leben 
erweckt werden und die Binheit des Menschen in den Zusansenhang dieser Natur herausgestellt wird." 

Radio PEN: "Ist es denn irgendwie gefährlich, ich mein, wenn die Gruppen da in Wald bleiben und son 
bißchen zeiten, das hört sich doch ja erst mal ganz harmlos an." 

Biallas:"Wa ja, wissen Sie, vas heißt gefährlich. Jeder Mensch kann ja glauben, vas er will. Nich, ich 
bin als Christ so, wie soll ich sagen, also ich würde als Christ sagen, meinen christlichen Glauben kann es 
nicht erschüttern, ich glaube auch nicht, daß es die Botschaft von Jesus Christus aus der Welt fegen wird. 
Venngleich ich damit natürlich nicht sagen will, daß hier Menschen auf einen Hege sich befinden, auf den sie 
suchen, Halt suchen. 4 

Interessant var ja, vie der eine sagte, wir werben nicht. Da wäre es ja vielleicht komisch, venn wir ihn 
zwingen ‚würden, vie sagte er, unsern Göttern zu dienen. Nich, also sie haben da ihre Götter, die große Kutter 
Irde und dergleichen, Gäa und vas auch immer, nehnen ja auch solche Namen zum Teil an, nich, da werden also 
vieder alte Rituale hervorgerufen, und, das kommt natürlich in die auch mit den Begriff Ner Age zusannen- 
hingend, wobei das ein sehr, sehr weit zu fassender Begriff ist, aber damit hängt ja eine neue Wertung und 
"Vi W h Sicht der übersinnlichen Welt des Okkulten zusammen. Und sehen Sie, die Hexe, im engl. heißt es ja wic, Wicca 
ii ap! 1 Altenglischen, und witch, deshalb Yicca-Kult, Der deutsche Begriff Hexe konnt von Hagazussa, Hagazussa ist 

u, © 1, die auf der Grenze zwischen der sinnlichen und der übersinnlichen Kelt sitzt. Das ist die, die auf der 
Srenze iwischen Körper und Geist sitzt, ja Natur und Naterie und das ist die, die eigentlich weiß, vie die 
Virklichkeit ist, weil sie die Ubersinnliche Welt durch Rituale erlebt und deshalb kann sie die diesseitige 
Nelt, unsere wirkliche Welt ganz anders einschätzen und etwa ökologische Fehler und, und, und erkennen und 

adurch vermeiden und dergleichen Dinge mehr. Hier ist also ein stark ökologischer Inpetus auch drin." 








, 




















Radid PFN: "Joachim Biallas var das, der Beauftragte der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers 
für Weltanschauungsfragen. ..(Husik..)" 


BINE FRAU IN DBN MITTLEREN JAHREN 


Bäre war sehr glücklich. Das lag einerseits daran, daß sie mit ihren Mann Bnnos in Liebe und Haraonie 
lebte und andererseits daran, daß sie alles Leben liebte - auch das in ihren Körper. 

Doch eines Tages wurde sie krank, durch einen Tumor, der sich in ihren Körper gebildet hatte, Zuerst 
waren sich Bäre und Banos einig, den Tumor nicht zu vernichten, da sie hofften, daß er sich -von alleine 
zurückbilden würde. Doch die Krankheit wurde inner schlinner, so das Bnnos seiner Frau riet:*Bitte, Bäre, 
verstöre den Tumor, ich habe solche Angst dich zu verlieren.""Nein*, sagte sie, "denn auch der Tunor hat ein 
Recht auf Leben", Bnnos gab sich vorerst damit zufrieden. Als aber seine Frau nach einiger Zeit so krank 
wurde, daß sie nicht einnal mehr alleine aufstehen konnte, sprach Eunos noch einmal mit ihr über das Thema: 
“u hast recht, wenn Du sagst, daß auch der Tumor ein Recht auf Leben hat, aber sieh, wieviel Leben er schon 
getötet hat. Aber meinst Du nicht auch, daß Du mehr Leben retten würdest, venn Du ihn vernichtest, als wenn Du 
ihn weiterleben läßt ?" Darauf erwiderte Bäre: "Ja, Du hst recht, ich werde den Tumor vernichten." 


Die ganze Brde wird von Naturkatastrophen heimgesucht. Bräbeben, Vulkanausbrüche und Überschvennungen 
treten fast täglich auf - in einer Intensität und an Orten, die kein Wissenschaftler je für wöglich gehalten 
hätte, Christliche Pundanentalisten verkünden, daß der Tag des Jüngsten Gerichtes bevor steht, Viele eddagläu- 
bige Heiden sind der festen Überzeugung, daß die Götterdännerung berannaht, Spekulationen, die gar nicht nehr 
so abvegig scheinen, 

Nach fünf Jahren sind Japan und Australien vollkonnen entvölkert. 

Nach zehn Jahren lebt in Anerika und Asien kein Mensch ehr. 
Nach zwölf Jahren ist die Buropäische und Afrikanische Bevölkerung vernichtet, 

Der letzte Mensch wandert durch Petersburgh. Dann stürzt eines der wenigen noch stehenden Häuser ein und 
erschlägt den letzten Nenschen. 


Bäre hat ihren Tunor vernichtet, 
Diese Geschichte habe ich während einer Chenie-Doppelstunde geschrieben und ist meinen Chenielehrer Herrn 


Knoerich gewidnet, da die Geschichte nöglicherweise ohne ihn nie zustande gekonnen wäre. 
. Justus Rönnau 


‚82 
























































B > Va 




















NEDIGKEITEN AUS DER WELT DER AENSCHEN, TIERE UND GÖTTER 


Die 24. Arbeitstagung des Arbeits- und Forschungskreises Nalther Hachalett findet von 23. 5. 90 - 28. 5. 90 ia 
Eora (Hotel zur Post) statt. 

Dieser Arbeitskreis befaßt sich seit Jahren ait der Erforschung prähistorischer Kultstätten wie Stonehenge 
oder der Ixternsteine. Veranstaltungsprogramne können angefordert werden (Anschrift 5. Gruppenverzeichnis). 
AURKARRRKARKRRRARARAAKLRR AHA R AKA R AR KR KARA RR RR AR RRRR RAR RAR RAR RARK 
“Ver bisher geglaubt hatte, daß zur die katholische Kirche und vielleicht noch nanche Freinaurerlogen den 
Frauen das Priesterant versagen, uudte sich kürzlich eines Besseren belehren lassen. Nie das Fernsehnagazin 
Konitor (HDR) au 19.9.89 berichtete, gibt es auch deutsche Protestanten, die derart aittelalterlich denken: 
Die evangelische Landeskirche von Schaunburg-Lippe verwehrt allen Absolventinnen des theologischen Studiuas 
prinzipiell das Vikariat und die Stellung einer Pfarrerin. Die Begründung des Bischofs Heubach ist vor allen 


biblischer Art. 
Seine eigene fochter hat übrigens genau das gleiche Problen: Sie aud ihre kirchliche Karriere verautlich ia 


benachbarten Hessen in Angriff nebnen. 


AHRRARHÄRKARARKRRKRR KARA R RAR RAR RR RAR RR RAR RR RR RAR RR RAR 


Der ultrakonservatire Kirchenrechtler Georg Hay (Nainz) äußerte unlängst über die Glaubenseinstellung der 
hatholischen Priester: Die Nehrzahl ist in günstigsten Fall unsicher, in ungünstigsten Fall ist ihr Glaube 


susaunengebrochen. " 
ARKRRRARKAKRÄRRRÄRRRARR RR RR RR RR RAR RR RR RAR RR AR 


Bin originelles und wirklich herzerfrischendes Blatt Flatterte uns neulich auf den Schreibtisch: Das englisch- 
sprachige Bulletin des Teuple of Psychick Youth Geraany. Eine natürliche Einstellung zus Sexuellen, archa- 
isches Denken und die Auseinandersetzung nit den Danklen in uns - So könnte man den Charakter dieses lesens- 
serten Bulletins und des fenple unschreiben. 

Srhältlich ist es gegen Rückporto(1,-DN) bei Ritus, Lüneburger Str. 6, I Berlin 2l. 

AHHRRAAARARRÄRRRRRRR RAR AR RR RR ÄRA RAUS RR 

Auch der fenple of Psychick Youth Scandinavia bringt ein Hagazin heraus, "The Fenris-Kolf". 

äs enthält einige sehr interessante Artikel unter anderen von Anton 5. Lavey (Church of Satan), ein Intervier 
alt Genesis P.Orridge (Teuple of Prchick Youth) und einen Essay über christliche Paranoia bei amerikanischen 
Verschwörungstheoretikern. Bin sehr unkonventionelles Blatt, das in benerkensverten Kontrast zu jenen Licht- 
und Liebe-Schnalz steht, das zur Zeit aus Kalifornien über uns hereinbricht. Kontakt, 5. Zeitschriftenliste, 
WRRRRRR ÄRA UGRAGGBGGSAGSGRSUSRGG AR 

per Satanskult - Eine wachsende Gefahr", Mit dieser Schlagzeile und der Abbildung eines dunkelhäutigen, 
messerbewehrten Kapazennannes zieht "Erwachet”, die Zeitschrift der Zeugen Jehovas gegen neue spirituelle 
Grappen zu Felde (Kr.20/1989). 

In des Artikel wird unter anderen behauptet, es gäbe in Australien bereits einen harten Kern von 20 000 
aktiven ’Teufelsanbetern" und in den USA hätte es 1985 135 000 satanistische Zirkel zu je 9-13 Kitgliedern 


gegeben. 


| 54 





fer es nach derart grauenvollen Erkenntnissen über sich brin j j 
i gt, den Artikel weiter zu lese 7 
= BR der Erzväter des nodernen Satanisaus Aleister Crowley gewesen sei RN 
geh alt deu Begriff Hexerei wird der Leser in diesen Zusanzenhang k erh. 
sit den Hexenkult auslösen soll, ERRETN 
Js ist bedauerlich, daß eine Glaubensgeneinschaft eine solch prinitive Hetze betreibt 


Zielscheibe eines Ausrottungsfeldzuges i 
geworden war! In 3, Rei 
BB RE eraweger 


a un ge « Mi eier des Harzes ist ein neues spirituelles Zentrun begründet 
‚ ey Kronshage aitteilte, hat er ait seiner Frau Raveen das Triske]- | 
gerufen, das sich in erster Lini | isch- isti an a en 
ie er Linie der Verbreitung keltisch-schasanistischen Wissens und druidischer Schalung 
Der uns aus früheren Barz-Exkursionen wohlbekannte Ort Ki ist i 
ildenann ist [ ivilisa- 
mn ua sich gegen äußere Einflüsse abzuschotten, een 
 Kurs- und Seninarprograun, das uns Arinvey übersandt hat, ist zienlich vielseiti 
Kurs- und Seni an, ‚ Ist zienlich vielseiti { / 
ze. . nee Seninarprogrannen als äußerst preiswert zu bezeichnen ea Bonner 
sen eranstaltungen zu solchen Thezen wie Runen, Airchen, Kristall [ i 
; Ingen ; j e und aagi [ 
Jedenfalls wünschen wir Arinvey und Raveen bei ihren neuen Pro jekt viel Erfolg ! In we an 


HÜRRRRURKRRKÄRKA RK RR RR RR KARA AR RRRR AR AÄAE RAU A RAR KK K 


was natürlich Assoziationen 


die selbst einsal zur 
"Zeugen" in KZ gelandet, 


2 er u kürzlich eine gernanische Siedlung aus der Eisenzeit freigelegt, An 
. zu 3. Jahrhundert befanden sich hier vier ebenerdige Nohnhäuser un eine | di 
under ind n freien Platz, 
nein: arbei pe tätiger Handwerker betrachtet werden kann. Bei den Grabungen ne 1" ür 
en Zuseuns auf der 3000 ga großen Fläche stieß man auch auf einen Kalkb I 
2000 ga rennofen, 
Holzkohlenneiler, sowie Abfallgruben zit Neranikscherben, Eisenresten und Bronzefibeln. Auch ein StelabeiT au 


den 3. vorchristlichen J: Nihhaf . , 
Ma en Jahrtausend wurde gefunden. Die Kitteilung über die Grabungen erfolgte über die DDR- 


AR 
RR R ARE RÄÄ RER ERLEL AKA 


ZOBIN WOOD, eine gevaltfrei { I il i 
ne J reie Aktionsgeneinschaft für Natur und Dawelt, känpft gegen die Zerstörung unserer 
Die ’ r ... e . 

Sr Er vor N 30 En 5 ganze BRD verteilten Regionalgruppen gegen die Gefahren, die den 
1 er nenschlichen Gesundheit durch die Luftverschaat Inner. 
nn oe en 68 rschautzung drohen. Durch "gezielte 

n' wollen die Kitarbeiter von ROBIN KOOD erreichen, daß Regi | 
a usseıt zu wirkungsvollen Yaßnahnen gegen das Sterben der Wälder benegt rerden. ORRSERRROINE: 
u En Fr das nächste Kal an Euren Lieblingsbaun an Zurer Kultstätte seid, vergeßt nicht, daß dieser Baun 
Pr uch erwartet, als nur eine Evokation seiner Bausseele, Der saure Kegen läßt sich nan mal nicht wit 
Fi er vertreiben, sondern nur nit anfrüttelnden Aktionen. 
Mehr darüber wissen und etwas tun will: ROBIN WOOD e.V., Lahıstr, 65, 2800 Bresen 1, Tel.: 0421/500 405 


KARKRRK 
RR R ÄRA KÄKLKARKAR KL RR AK LAK KU RR K 


Friedrich-Ki ; 
ik Haack, Sektenbeauftragter der baprischen Protestanten scheint nun endgültig auszuklinken: In 
re agam 24, 9. 68 in Henstedt-Ulzburg (b. Hasburg) warnte er die Zuhörer vor der Beschäftigung ait 


























Yoga werde als "syanastik“ verharnlost, sei aber in Wirklichkeit nar ein Propagandatrick indischer Gurus, UA 
ihre religiöse Doktrin zu verbreiten. Es handele sich um eine für Christen abzulehnende "Technik der Selbster- 
lösung’ und "Strönung der neu-heidnischen New-Age-Bewegung’. Nun, eine solche Charakterisierung der Yoga“ 
Übungen scheint uns ein guter Grund zu sein, sie auch als heidnischer Ritualist näher unter die Lupe zu 
nehmen. Henn christliche Fanatiker so eindringlich vor einer Sache warnen, Ist es verautlich etwas, wovon wir 


profitieren können ! 


ARKRARRRARRRRRRRKRRRRR RR RR RA RAR AR RR AARGAU AR 
Fine gate Nachricht für die Freunde eines etwas freieren Lebens: Die Zensurbehörde der stark katholisch 


‚geprägten Republik Irland hat "The Joy of Sex" von Dr. Alex Confort endlich aus den Index gestrichen. Aller- 


dings erst, nachden ein Therapeut der katholischen Eheberatung seine Zustinaung gegeben hatte. 
Wenn man bedenkt, dad auch dieser Staat Teil Europas ist, könnte man das kalte Grausen vor den "geneinsanen 
europäischen Haus" bekomnen. Der Papst wird schon genau kalkuliert haben, warun er diesen Binigungsprozed so 


intensiv aterstätzt... 
ARARRRAKARKARKARRAKR AKA AR RR RR RAR R RAR RR AA RA AR AA RR AR RAR AR AA A AR 


Der Orden der Yalteserritter, der internationalen diplomatischen Status besitzt und eine Art "katholische 
loge“ darstellt, besitzt neben seinen hochadeligen Vertretern in Deutschland, v.Böselager und Freiberr v. 
Heorenann (nicht zu verwechseln nit den gleichnanigen Landwirtschaftsfunktionär) auch Interessenvertreter in 
der Politik: So gehören zu den deutschen Rittern des Ordens u.a. auch der CDU-NdB v. Schlöner und der nieder- 
sächsische Kultısainister Renzers. Der Orden ist den Papsttua treu ergeben, verfügt über ein gigantisches 
Vernögen vor allen in Innobilien und über ausgezeichnete Beziehungen zua CHA. 

Hätten Sie gerudt, dad das der Background des bekannten Zalteser-Hilfsdienstes ist ? 

(Quelle: "Der verschwiegene Gottesstaat", Reportage von Gero Genballa, KDR III v. 15.9.89.) 
RURARKÄRKKRKRKKRKAKR RR RR RAR AR A A AR AR AA A A RAR AR AR A AARAU 

Aus Frankreich erreichte uns in Septenber eine Nachricht, die uralte Kindheitsträune wieder aufleben lied, 
Dort gibt es "Aussteiger‘, die seit 15 Jahren in Lederzelten in südfranzösischen Wäldern leben. 

Sie ernähren sich von Verkauf von selbstgefertigten Lederwaren, von den Tieren und Früchten der Nälder, Auf 
elektrischen Strom verzichten sie ebenso, wie auf viele andere Errungenschaften der nodernen Zivilisation. Han 
sollen die 15 sich selbst als "Indianer" bezeichnenden Franzosen ihre Siedlungen räumen, da sie den Behörden 
ein Dorn in Auge sind, 

Vorgeschobene Gründe sind die Ungehung der Schulpflicht und angebliche Kaldbrandgefahr. 

Das Oberhaupt der Aussteiger, "Aufrechtes Pferd" (37) hat bereits einen Protesthrief an den Staatspräsidenten 


geschrieben. 


ÜRRRARARRRRRRARRRRR RR RR RÄRRRRR RR RR RA RAR A RAR AR RA RAR RR RAR RAR RR AA i 
Bin gewisses Problen bei der Ritualgestaltung stellt eigentlich inner die ausikalische Unteraalung dar, die 


aber dennoch von größten Binflus auf die Regungen unserer Psyche ist. 
Deshalb an dieser Stelle eine Eupfehlung: Nenn Ihr eine gute Musikbegleitung für Euer nächstes Sanhaln-Litual 


sucht, hört Such mal 'A Place to pray - Thelena’ von Kosal an. 
Diese Art von Kusik Ist auch exzellent dazu geeignet, Begegnungen nit den eigenen Schatten zu provozieren. 


Auch außerhalb des Sanhaln-Festes. 


ÜRRRRRRRRRRRRARR ÄRA RR RA RR RR RR RAR AR BR AA AA RSRRGGRRGGGAUGRIGGIGRÄACK 


56 





burtenk ie pi 
E; ra ni “ . der Hondin ? Nenn uan den Forschungsergebnissen des tschechischen Arztes Dr. Eugen 
enkt, . a ar et ; ö 
Affektiven Palin ist das wirklich die sinpelste Nethode der Bupfängnisverhütung wie auch einer 
Ir. J r & . 
an , ea 2 den Finfziger Jahren sit diesen Forschungsprojekt begann, fand heraus, daß die 
PUNKT der Geburt einer Fran der entscheidende Schlü j l 
e.- fruchtbarer und unfrachtbarer Tage ist. en 
a ee ist von iha und zahlreichen anderen Gynäkologen nit unfangreichen Reibenunter- 
este, ea vas unter anderem dazu führte, daß ihn Kontrahenten der etablierten Hedizin fir 
en Jagiıski ‚haben diese Yethode in ihrer praktischen Anwendbarkeit nit allen notven- 
eklelpiuch we nen Herpa gesacht, Das von ihnen zu diesen Thera herausgegebene Bach heißt: 
ÄeesnneeesssanneensnternassnRRLeannRLERI Ta el Bi, wi a = “ M 
Jetzt, wo alle Zauern zu fallen beginnen, können wir endli l 
| h ich auch die Landschaft Kitteldentschland 
reinigen er a besonders die Kultstätten. Da z.B. in solchen Büchern rie er 
in großer Bogen ] ind wir hi il [ 
E ber gen un die DDR genacht wird, sind wir hier zunächst einaal auf eigene Nachfor- 
Auf der Suche nach geeigneter Literatur be j l [ 

PAR tete gegnete uns ein Buch, das jedes heidnische Herz höher 
ze. Fr für Naturdenkaale, Auf über 320 Seiten, sit UTA I Baia 
ehen, präsentiert uns dieser Band eine Vielzahl tausendjähriger Eich 
riesen, überdinensionaler Findlinge, uralter Wälder und bi la ehrt wert Sal Sp 

zensio ige, uralter izarrer Felsen. Hin und wieder werden auch 
en Derieteruge ya die sit den geschilderten örtlichkeiten verkoüpft sind. Aber er 
5 anzenelt, die wir auf unseren zukünftigen Exkarsionen antreff ird üi 
sichtlich dargestellt. Es wird deutlich, daß es in ei bi TERN 
; 5 einen Lande noch andere Reichtüner gibt, als Kraftfahrzer- 
98, Phonogeräte und Textilien. Naturdenkaale - Binse, Fel i HE 
0 ; ‚ Felsen, Wasserfälle, 5 
Hartant Killer, Stapp-Verlag, Berlin 1988, ISBN 387776 2549 - 32,--DH, i Ina reit k man 5 
sat san222101012222 hans 
beinliche rn + schvuler Landkonaunen - ver hätte das gedacht? Doch diesen Eindruck gerinnt 
‚ wenn aan das US-Anerikanische “BED - A Country Journal F n Ä 
Artikel über beidnische Götter und das Leben ai A N BR. 
ber en alt Zutter Hatur, deutlich heidnisch inspirierte Zei 
Ei ig ER ” ee von Nieca- und Nagick-Gruppen sind Pestandtei] lt 
ur denschen, die zu gleich zwei Randgruppen gehören, die FH: j ] 
en nz 5 onosexuelle sind und das Leben in neuen 
5 i nt zu den Sonnennwenden und Ägninoxen und di ; 
Running Hater, Rt. 1 Box 127-5, Bakersville, NC 28705, Usa (Biekparto)) a 
VAARLARURALELKARKARLERKELKERLRKURAURK AR ARKA ÄRA AK RK RRKUKARL KL RAR KA 
Daß der Wicca-Kult auserhalb des an ikani. 
glo-anerikanischen Hauns kanz verbreitet ist sieht ini 
Be eriaien und aindestens einen französischen Coven ab), scheint a ar Er 
Indruck zu sein. Kach Auskünften eines Insiders soll es in Koll ti 
= nes I and ca. 200 Initiierte 
uneist Alexandrians sind, Es ist wohl hauptsächlich Kaxine Sanders zu verdanken, daß die En He 


2 






































Jı 








acht Jahren den Sprung über den Kanal tat und die niederländischen Coven untereinander ausgezeichnete Kontakte 
pflegen, Die Verbindung zu deutschen Zirkeln ist wohl noch etwas unterentwickkelt, was sich aber schnell 
ändern kann, wenn man bedenkt, wieviele Heiden jährlich nach Ansterdam pilgern und daß das holländische Kicca 
auch In der Bitualsprache stark englisch geprägt ist (Anschriften siehe Gruppenverzeichnis und Zeitschriften). 
RRRRRRRRRRRRRRRRRR AR RR R RR RAR RR RAR AR RA RAR RAR RAR AR RAR RAR RR RR 

Auch In Jorwegen gibt es seit letzten Herbst einen Nieca, welcher aber ziemlich aktiv ist und ait aa Kult 
interessierten Theleniten (Crowley) zusanunen bereits eine Wicca-deitschrift berausgibt ("Gaia", leider nur in 
Jorwegisch aber ait tollen Illustrationen, Anschrift s. Verzeichnis) und den ersten norwegischen Coven aufbaut 


(Gardnerian und Alexandrian Tradition). 
AARKRKRRARRKRARKRRRKARARARRAHRARR KK ÄR ER AR R KR R RAR KR R RR RR RR RAR 


Eines der besten Bücher, welches jemals über Nicca verfaßt worden Ist, erschien letztes Jahr. Zs heißt "Ticca 
- fhe Old Religion In The Her Age" und Autorin ist Fivianne Crowley, eine Schülerin von Alex Sanders, Psycho- 
login und Hitleiterin der Pagan Federation, des größten Coven-Netzwerks in Großbritannien. In dem Werk werden 
fast alle Aspekte von Hicca ausführlich und fundiert dargestellt, allerdings unter einen Gesichtspunkt, der in 
vielen anderen Büchern über den Kult aerkvärdigerweise fehlt: dem der Einweihung. Nach Vivianne Crowley ist 
der Hicca-Kılt vor allen ein System von Initiationen und aystischen Übungen, durch die der Hensch sich seines 
"ja Grunde" göttlichen Hesens bewußt wird und lerat, die Verbindung zu dieser Quelle seines wirklichen Ichs, 
seines Selbsts, seines Hahren Willens auszubauen, welcher zugleich auch der Urgrund allen Seins, die Grode 
6öttin, die Götter Ist. Praktisch geschieht dieses vorwiegend durch Beschwörungen von Göttinnen und Göttern ia 
Henschen, aber auch durch Einweihungen, bei denen der Initiant beigebracht bekonat, ait den dunklen Seiten 
seines Ichs unzugehen. Auf diese Heise führt Hicca sowohl das Erbe der Aysterienkulte der Antike (Kleusis, 
Isis, Dionysos use.) fort, als es auch das Ziel der nodernen Jungschen Psychologie, die Individuation (Selbst- 
verdung), anstrebt. Ein in jeder Hinsicht wichtiges Buch! (Vivianne Crowley "icca - The Old Religion In The 
Her ige" Agquarian-Press, ISBN 0-85030-737-6, Britische Pfund 6.99) 

ÜRRARKARKRRKRRRRR KR A RR ÄRA RAR RAR RR RR RR AR RAR A AR AA A AR AR RAR RAR AR 

Ein anderes Buch über Hicca, welches ia letzten Jahr erschien, ist "The Hitches’ God’. Janet und Sterart 
Farrar wurden bereits nit "The Witches’ Kay’, "Zight Sabbats For Witches" und “The Hitches’ Goddess' als 
Autoren von Büchern bekannt, die eine Unnenge von ethnologischen und religionsgeschichtlichen Haterial alt 
schönen, poetischen, syabolkräftigen Ritualen verbinden. Auch ihr neustes Verk verbindet Theorie und Praxis. 
Einzelne Aspekte des Gottes in den verschiedenen heidnischen Religionen werden erläutert, bevor in Hauptteil 
12 sötter (z.B. Osiris, Shiva, Loki) nit ihnen gewidneten Zereuonien vorgestellt werden. Den Abschluß bildet - 
wie bein Pendant "The Kitches’ Goddess" - ein kleines Götter-Lexikon. (Janet u. Stewart Farrar, "The Kitches 
6od", Robert Bale, London 1989) 

AARRKARRÄKKARKARR RR AR RR RR RAR RR RR RAR AR AA AGBA AA RG RR RR AR RAR A AK: 

Fine neue Ausgabe der Iyrisch-heidnischen Zeitschrift *Lebensbaun“ ist Anfang dieses Jahres erschienen (Ar.6). 
Kieder enthält sie viele Gedichte und stinaungsvolle Bilder. Außerdem sind einige Kurzgeschichten dabei, unter 
anderen über Pan und eine Nacherzählung des Baldr-Aythos (Anschrift siehe Kontakte‘). 
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Fon "Abrahadabra” gibts ebenfalls Neues: In Herbst wechselte die aagisch-thelenitische Zeitschrift aus den 
Händen des Logos-Verlags zu Peyn & Schulze über (gleichfalls ein Kind des Thelena-Ordens). Olaf Thorbrügge ist 


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Chefredakteur ; . a . , 
0 Pi Inhaltlich hat das Magazin - wohl durch neue Mitarbeiter und ein neres Konzept 


rung nach vorn genacht: Wirkte es früher inner ein wenig zusankengeri 
abgehoben, ; EB ee J gerürfelt und vor al 
En ist es Inzwischen auch für den Kicht-Theleniten empfehlenswert. Jedes Feft besitzt we 
Feiereii s Schwerpunkt (Liebe/ser/Tantra - Channeln - Tod - Frophezeiungen - Necrononicon) ait aehreren n 
Be u u. als Einführung in dieses, Erfreulicherweise blieben der Bezug zur Praxis und 5 
ellschaftskritische Unterton der Zeitschri Anschrift siehe Kontakten) 
ernennen SIEH (Ans Be Kontakte ). 
Du ; - 
R 2 pi entdeckten Matthias und ich, daß unser Foto aus den “Wiener’-Artikel über das Heidentun (sieh: 
kann's H- eh: 35) Inzwischen in die Zeitschrift “PM, Perspektive" (Hovenber '89) veitergevandert war. St 
ner Bea venn han sich nicht die Hechte sichern läßt! Zus Glück war der dazugehörige Artikel vor 
a Fu Gr und Zauberei ziemlich vorurteilslos, ja fast schen wohlwollend, unnd auch nicht sc 
aa a den Wiener" geschrieben hatte, In unseren Landen ist es ja schon ein gates 
Kernen een Aet-Inguisiter Bedlay digen verbneltatt 
Ina j iel j . 
= . ni er, 2 Janlar eine Sendunng des NDR über *Wotans Kiederkehr"" aus. Ausgerechnet die 
ai fi; : r en" und die Fundanentalistisch-gersanische "Beidnische Geneinschaft" wurden als 
BE merdin Ve u2 a RER eines Sektenpfarrers rundete das Bild entsprechend 
5 ehe Gemeinschaft" die Dreistigkeit, sich als einzi idni 
Berlins zu proklanieren und ihr leiter, gez i, führt di ee heitaische, Gruppe 
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Priesterveihung zurick, Na dem! enyl, führt die Öffnung der Berliner dauer auf seine eigene 


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